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Home -- German -- 04. Sira -- 10 The expansion of Muhammads basis of power

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04. DAS LEBEN MUHAMMADS NACH IBN HISCHAM

10 - Die AUSDEHNUNG der Machtbasis Muhammads -- (630 bis 631 n.Chr.)

Der zweite Feldzug gegen die Oströmer und seine Folgen -- Abordnungen der Beduinenstämme erweisen Muhammad die Ehre



10.01 -- Die Ausdehnung der Machtbasis Muhammads (630 bis 631 n.Chr.)

nach Muhammad Ibn Ishaq (gest. 767 n.Chr.) bearbeitet von Abd al-Malik Ibn Hischam (gest. 834 n.Chr.)

Aus dem Arabischen übersetzt von Dr. Gustav Weil

Eine Auswahl mit Anmerkungen von Abd al-Masih und Salam Falaki

10.02 -- Der zweite Feldzug gegen die Oströmer und seine Folgen (Oktober bis Dezember 630 n.Chr.)

10.02.1 -- Der Feldzug gegen die Christen und Juden in Tabuk* (Oktober bis Dezember 630 n.Chr.)

Muhammad brachte die Zeit zwischen Dhu al-Hidjdja (12. Monat) des achten Jahres nach der Auswanderung und Radjab (7. Monat) des neunten Jahres nach der Auswanderung in Medina zu. Dann erteilte er Befehl zum Kriegszug gegen die Römer von Byzanz (Ostrom).

* "Tabuk" war eine christlich-jüdische Siedlung im Norden Arabiens, an der Haupthandelsroute von Mekka nach Damaskus gelegen, ca. 580 km nordwestlich von Medina, auf der Höhe des heutigen Scharm el-Scheikh. Tabuk war der südlichste Punkt der Einflußsphäre Ostroms in Arabien.

Als Muhammad den Befehl zur Vorbereitung (Ausrüstung) gab, waren die Leute in Not. Sie litten viel unter der Hitze und hatten kaum das Lebensnotwendige. Es war zur Erntezeit. Die Leute wären lieber zu Hause geblieben bei ihren Früchten und im Schatten ihrer Bäume und zogen unter solchen Umständen nicht gern ins Feld. Muhammad pflegte sonst, wenn er einen Kriegszug unternahm, ein anderes Ziel als das beabsichtigte anzugeben. Bei dem Feldzug von Tabuk aber nannte er im voraus das wahre Ziel, und zwar wegen der großen Entfernung, der schwierigen Jahreszeit und der Stärke des Feindes.* So konnten die Leute die nötigen Vorbereitungen treffen.

* Es war Muhammad bewußt: Alle Kämpfe auf der Arabischen Halbinsel konnten nur Vorgefechte sein. Die entscheidende Kraftprobe mit der Großmacht am Bosporus, mit Byzanz, stand noch bevor. Muhammad wollte den Blick der Moslems bereits auf ihr zukünftiges Ziel richten, solange er noch lebte. Die Unterwerfung Ostroms war das nächste große Ziel des Islam.

Während der Zeit der Rüstung sagte Muhammad eines Tages zu Djadd ibn Qays, einem Angehörigen der Banu Salima: “Willst du in diesem Jahr die Söhne der Römer bekämpfen?” Er antwortete: “Wenn du mich doch entschuldigen und nicht der Verführung aussetzen wolltest! Bei Allah, meine Leute wissen, daß niemand schöne Frauen mehr liebt als ich. Ich fürchte, sobald ich die Römerinnen sehe, werde ich meiner nicht mehr Herr sein.” Muhammad wandte sich von ihm ab und erlaubte ihm zurückzubleiben. Wenn er fürchtete, von den Römerinnen verführt zu werden (was nicht so war), so war die Verführung, der er verfiel, noch größer, indem er dem Gesandten Allahs nicht folgte und an seinem eigenen Leben mehr hing als an dem des Propheten. Solche Leute erwartet die Hölle.

Manche Heuchler rieten: “Zieh nicht bei der Hitze aus!” Sie sagten alles aus Abneigung gegen den Heiligen Krieg, aus Zweifel an der Wahrheit und um einen Aufruhr gegen Muhammad zu schüren. Gegen sie offenbarte Allah: “81 ... Sie sagen: ,Zieht nicht aus bei der Hitze!' Sprich! ‘Das Feuer der Hölle ist heißer. Wenn sie bloß nachdächten! 82 Laß sie ein wenig lachen, sie werden aber viel weinen als Vergeltung für ihr Treiben' ” (Sure al-Tawba 9,81-82).

Muhammad hatte vernommen, daß sich einige Heuchler im Hause des Juden Suwailim versammelt hatten, das bei Djasum lag. Sie stachelten zum Widerstand gegen den Feldzug von Tabuk auf. Muhammad schickte Talha ibn 'Ubaid Allah mit einer Anzahl Gefährten hin und befahl, das Haus Suwailims über den Köpfen der Verwandten anzuzünden. Talha vollzog diesen Befehl.* Dhahhak ibn Khalifa sprang über das Dach hinab und brach sich ein Bein. Seine Gefährten taten dasselbe und entkamen. Dhahhak dichtete:

Bei dem Heiligtum des Herrn, wenig hätte gefehlt,
so wären Dhahhak und der Sohn Ubairia
im Feuer Muhammads verbrannt.
Als ich hinabgesprungen war, erhob ich mich
mühsam mit gebrochenem Bein und Ellbogen.
Heil euch! Ich werde ähnliches nicht wiederholen.
Ich fürchte mich.
Wer vom Feuer erfaßt wird, der verbrennt!

* Als Jesus auf seinem Weg nach Jerusalem die Übernachtung in einem Samariterdorf verweigert worden war, fragten ihn zwei seiner Jünger: “Herr, willst du, so wollen wir sagen, daß Feuer vom Himmel falle und sie verzehre.” Jesus aber wandte sich um und bedrohte sie mit den Worten: “Wißt ihr nicht, welches Geistes Kinder ihr seid? Der Menschensohn ist nicht gekommen, um Menschen zu vernichten, sondern um sie zu retten” (Lukas 9,52-56).

Muhammad machte jedoch ernst mit seinem Vorhaben und befahl den Leuten, die Ausrüstung zu beschleunigen. Er spornte die Reichen an, Geld und Lasttiere für Allahs Sache zu spenden. Manche befolgten seine Aufforderung, weil sie auf Allahs Lohn vertrauten. Uthman ibn 'Affan spendete die größte Gabe von allen. Einer, der es wissen muß, hat mir berichtet, Uthman habe für das notleidende Heer bei dem Feldzug von Tabuk 1000 Dinare gespendet, und Muhammad habe gesagt: “Allah! Habe Wohlgefallen an Uthman, ich bin mit ihm zufrieden!”

10.02.2 -- Von den Weinenden und Zweiflern

Eines Tages kamen sieben Moslems – sie wurden “Weinende” genannt – von den Hilfsgenossen und von anderen. Es waren bedürftige Leute, die Muhammad baten, ihnen Lasttiere zu verschaffen. Muhammad sagte: “Ich finde keine für euren Bedarf!” Sie kehrten wieder um und hatten Tränen in den Augen aus Schmerz über ihre Armut.*

* Wo blieben die zahlreichen Kamele, die Muhammad in seinen Kriegen erbeutet hatte? Er besaß kein Herz für Arme und Kranke, auch nicht, wenn sie zu seinen Anhängern gehörten.

Als alles für den Feldzug vorbereitet war, beschloß Muhammad, aufzubrechen. Einige Moslems zeigten sich jedoch saumselig, sie blieben schließlich zurück, ohne daß sie deshalb zu den Zweiflern gehörten. Als Muhammad aufbrach, schlug er sein Lager bei Thaniyyat al-Wadaa' auf. Er ernannte Muhammad ibn Maslama al-Ansari zum Statthalter von Medina.

Abd Allah ibn Ubayy schlug sein Lager nicht weit von dem Lager Muhammads bei Dhubab auf. Wie man glaubt, bildete sein Heer nicht die geringere Abteilung. Als Muhammad dann weiterzog, blieb Abd Allah mit den Heuchlern und Zweiflern zurück.

Ali war auf Befehl Muhammads ebenfalls zurückgeblieben, um über dessen Familie zu wachen. Die Heuchler benutzten diesen Umstand zu aufrührerischen Reden. Sie behaupteten, Muhammad habe Ali nur deswegen zurückgelassen, weil er den Kriegszug zu mühsam für ihn fand und es ihm leicht machen wollte. Als die Heuchler dies sagten, nahm Ali seine Waffen und folgte Muhammad, holte ihn in Djurf ein und hinterbrachte ihm die Worte der Heuchler. Muhammad sagte: “Sie haben gelogen! Ich habe dich zum Schutz unserer Familien zurückgelassen. Kehre also um und sei mein Stellvertreter bei meiner und deiner Familie. Bist du nicht zufrieden, wenn du bei mir die Stelle einnimmst, die Aaron bei Moses eingenommen hat, obgleich es nach mir keinen Propheten mehr geben wird?”* Ali kehrte hierauf nach Medina zurück, und Muhammad setzte seine Reise fort.**

* Dieser Hadith gilt bei den Schiiten als wichtiger Beleg dafür, daß Ali – nach Muhammad – der erste Kalif hätte werden sollen.
** Ali war damals noch jung, etwa 25 Jahre alt.

10.02.3 -- Von Abu Khaithama

Einige Tage nach dem Aufbruch Muhammads kehrte Abu Khaithama an einem heißen Tag zu seiner Familie zurück. Er fand seine beiden Frauen in zwei Zelten in seinem Garten. Sie hatten ihr Zelt begossen und ihm frisches Wasser und Speisen bereitet. Als er an den Eingang des Zeltes kam und sah, was seine Frauen für ihn getan hatten, sagte er: “Der Gesandte Allahs ist der Sonne, dem Wind und der Hitze ausgesetzt, und ich soll im kühlen Schatten vor bereitstehenden Speisen auf meinem Gute bei einer schönen Frau weilen? Das ist nicht recht! Bei Allah, ich betrete euer Zelt nicht, bis ich Muhammad eingeholt habe. Bereitet mir den Proviant zu!” Die Frauen taten dies, und er bestieg sein Kamel und folgte dem Propheten, den er in Tabuk einholte. Auf dem Weg begegnete ihm 'Umayr ibn Wahb al-Djumahi, der Muhammad ebenfalls aufsuchen wollte. Sie ritten zusammen weiter, bis sie in die Nähe von Tabuk kamen. Da sagte Abu Khaithama zu 'Umayr: “Ich habe ein Unrecht begangen. Es wird dir nichts schaden, wenn du etwas zurückbleibst, bis ich Muhammad besucht habe.” 'Umayr tat dies. Als Abu Khaithama sich Muhammad in Tabuk näherte, sagten die Leute: “Es kommt ein Reiter auf unserem Weg her.” Muhammad sagte: “Möge es Abu Khaithama sein!” Da riefen sie: “Bei Allah, Gesandter Allahs, er ist es!” Als Abu Khaithama abgestiegen war, ging er auf Muhammad zu und grüßte ihn. Muhammad sagte: “Nimm dich in acht, Abu Khaithama!” Als er Muhammad das Vorgefallene erzählte, gab Muhammad ihm gute Worte und wünschte ihm Glück.

10.02.4 -- Wie sie in Hidjr* lagern

Als Muhammad nach Hidjr kam und dort abstieg, gingen einige voraus, um von dem dortigen Brunnen Wasser zu holen. Muhammad sagte aber: “Trinkt nicht von dem Wasser des Brunnens, wascht euch auch nicht damit vor dem Gebet! Falls ihr einen Teig damit angeknetet habt, so füttert eure Kamele damit und eßt nichts davon. Auch soll heute nacht keiner von euch allein ausgehen!” Die Leute befolgten Muhammads Befehl. Doch zwei Männer von den Banu Sa'ida verließen das Lager, der eine wegen eines Bedürfnisses, der andere, um sein Kamel zu suchen. Der eine wurde auf dem Wege gewürgt, der andere von einem Sturm ergriffen und nach den Bergen von Tayyi' geschleudert. Als Muhammad davon Kunde erhielt, sagte er: “Habe ich euch nicht verboten, allein auszugehen?” Er betete dann für den Gewürgten, und er wurde geheilt. Den nach den Bergen von Tayyi' Geschleuderten schickten später die Banu Tayyi' nach Medina zurück.

* "Hidjr" ist eine Oase an der Karawanenstraße ca. 340 km nordwestlich von Medina, 20 km nördlich des biblischen Dedan gelegen.

Als Muhammad an Hidjr vorbeikam, zog er sein Gewand über sein Gesicht, spornte sein Kamel an und sagte: “Betretet nicht die Wohnungen der Übeltäter, außer weinend vor Furcht. Es könnte euch wie ihnen ergehen!” Als die Leute ohne Wasser waren, klagten sie es Muhammad. Da betete er, und Allah sandte eine Regenwolke. Die Leute löschten ihren Durst und konnten auch noch ihre Gefäße mit Wasser füllen.

10.02.5 -- Muhammad gelangt ins christlich-jüdische Tabuk*

Als Muhammad nach Tabuk kam, suchte er Juhanna ibn Ru'ba, den (christlichen) Fürsten von Aila**, auf und schloß Frieden mit ihm. Er bewilligte ihm eine Kopfsteuer. Das gleiche taten die Bewohner von Djarba' und Adhruh***. Muhammad gab ihnen einen schriftlichen Vertrag mit, den sie noch heute aufbewahren. Juhanna ibn Ru'ba gab er folgendes Schreiben:

“Im Namen Allahs, des barmherzigen Erbarmers! Dies ist eine Sicherheitsgarantie von Allah und seinem Propheten für Juhanna ibn Ru'ba und die Bewohner von Aila. Ihre Schiffe und ihre Karawanen zu Wasser und zu Land stehen unter dem Schutze Allahs und seines Propheten, ebenso die der Bewohner Syriens, Jemens und der Küste, die es mit ihnen halten. Wer von ihnen ein Unrecht begeht, dessen Gut kann sein Leben nicht schützen. Es ist jedem erlaubt, es zu nehmen. Es soll ihnen kein Wasser versagt werden, von dem sie trinken und kein Weg, den sie wandeln wollen, auf dem Lande wie auf dem Meer.”

* "Tabuk" liegt ca. 580 km nordwestlich von Medina.
** "Aila" entspricht dem heutigen Eilat in Israel und liegt ca. 210 km nordwestlich von Tabuk am nördlichsten Zipfel des Roten Meeres. Dort lebten Christen und Juden.
*** "Adhruh" war eine jüdische Stadt im heutigen Südjordanien, ca. 230 km nördlich von Tabuk. Dort lebten vornehmlich Juden.

10.02.6 -- Muhammad sendet Khalid zum Christen Ukaidir nach Dumat al-Djandal* (Oktober 630 n.Chr.)

Muhammad rief dann Khalid zu sich und sandte ihn zu Ukaidir nach Duma*. Er hieß Ukaidir ibn Abd al-Malik, war Christ vom Stamme Kinda und Fürst von Duma. Muhammad sagte zu Khalid: “Du wirst ihn auf der Stierjagd treffen!” Khalid zog aus, bis er Ukaidirs Burg vor Augen hatte. Es war eine klare Mondnacht. Ukaidir stand mit seiner Frau auf der Terrasse seines Hauses. Da kamen wilde Stiere und rieben ihre Hörner am Tor der Burg. Seine Frau sagte zu ihm: “Hast du je so etwas gesehen?” Er antwortete: “Nein, bei Gott!” Da sagte sie: “Wer wird diese wohl ziehen lassen?” Er antwortete: “Kein Mensch!” Er ging alsbald herab, ließ sein Pferd satteln und ritt mit seinem Bruder Hassan und anderen Familienangehörigen zur Jagd aus. Da traten ihnen die Reiter Muhammads entgegen, nahmen ihn gefangen und töteten seinen Bruder. Ukaidir trug einen seidenen, goldbestickten Mantel, den ihm Khalid auszog und noch vor seiner Rückkehr an Muhammad sandte. Asim hat mir von Anas ibn Malik berichtet: “Ich habe den Mantel Ukaidirs gesehen, als er Muhammad gebracht wurde. Die Moslems betasteten und bewunderten ihn.** Da sagte Muhammad: ,Ihr bewundert diesen Mantel. Bei dem, in dessen Hand Muhammads Seele ist, die Taschentücher von Sa'd ibn Ubada im Paradies sind schöner!' Khalid kam dann mit Ukaidir zu Muhammad. Dieser schonte Ukaidir, schloß Frieden mit ihm unter der Bedingung der Kopfsteuer und ließ ihn frei abziehen.” Ukaidir kehrte nach Dumat al-Djandal zurück. Muhammad blieb etwa zehn Nächte in Tabuk und ging nicht darüber hinaus. Dann kehrte er wieder nach Medina zurück.***

* "Duma" oder "Dumat al-Djandal" ist eine christliche Ortschaft inmitten der Wüste, ca. 620 km nördlich von Medina und 380 km östlich von Tabuk gelegen.
** Der goldbestickte Brokatmantel des christlichen Fürsten deutete auf die höherstehende Kultur der von Ostrom beeinflußten arabischen Christen. Der Reichtum, die Kunstwerke und die Kultur von Byzanz übten eine große Anziehungskraft auf die Moslems aus.
*** Der erste Feldzug von Tabuk war mehr ein Erkundungsritt und diente der Bereinigung des Vorfeldes für künftige Angriffe. Von diesem Zeitpunkt an begann die Unterwerfung der christlichen Stämme im Nordwesten der Arabischen Halbinsel. Sie wurden zu Steuerzahlern Muhammads erniedrigt.

10.02.7 -- Wie durch Muhammads Gebet Wasser hervorsprudelte

Auf dem Rückweg, im Tal Muschaqqaq, war eine Quelle. Das Wasser tropfte aus einem Felsen herab, vermochte aber keine drei Reiter zu tränken. Muhammad befahl, daß die Vorangehenden nicht von diesem Wasser trinken sollten, bis er komme. Einige Heuchler, die vorausgingen, tranken dennoch alles vorhandene Wasser. Als Muhammad die Quelle erreichte und sie trocken fand, fragte er, wer vor ihm an dieses Wasser gekommen sei. Als man ihm die Namen nannte, sagte er: “Habe ich nicht verboten, vor meiner Ankunft von diesem Wasser zu trinken?” Muhammad verwünschte und verfluchte sie deswegen. Dann stieg er ab und legte die Hand unter die Felsritze. Da ergoß sich so viel Wasser in seine Hand, wie es Allah gefiel. Dann spritzte er das Wasser auf die Ritze, bestrich sie und betete, wie es Allah gefiel. Da sprudelte Wasser hervor, das, wie einer berichtet, der es gehört hat, ein Geräusch hervorbrachte, als ob es donnerte. Alle Leute tranken und füllten ihre Gefäße.*

* Muhammad gab vor, das Vorbild Moses nachzuahmen, der aus einem Felsen Wasser für sein ganzes Volk hervorsprudeln ließ. Fast alle Hadithe, die von vergleichbaren Wundern Muhammads berichten, gelten selbst bei den islamischen Hadithgelehrten als wenig überzeugend, da die Gewährsmänner meist jüdischer Herkunft sind. Man sagt, Muhammad bedurfte keiner Wunder; sein größtes und einziges Wunder sei der Qur’an gewesen.

10.02.8 -- Die Moschee der Feindseligkeit (Dezember 630 n.Chr.)

Muhammad setzte dann seinen Rückmarsch fort bis nach Dhu Awaan, das eine Stunde von Medina entfernt liegt. Dort stieg er ab. Schon als er sich zum Feldzug von Tabuk gerüstet hatte, waren die Leute der Moschee der Feindseligkeit zu ihm gekommen und hatten ihm gesagt: “O Gesandter Allahs, wir haben eine Moschee gebaut für die Bedürftigen und Schwachen, für Winter- und Regennächte. Wir hätten gern, daß du darin vorbetest.” Muhammad hatte damals geantwortet: “Ich bin jetzt dabei, abzureisen und habe noch allerlei Dinge zu regeln. So Allah will, wollen wir darin beten, wenn wir zurückkommen.” Als er nun in Dhu Awaan lagerte, vernahm er, was in dieser Moschee vorging. Er rief Malik ibn al-Dukhscham, einen Bruder der Banu Salim, und Ma'n ibn Adi und sagte zu ihnen: “Geht zu der Moschee, deren Leute Übeltäter sind, und reißt sie ein und brennt sie nieder.” Sie gingen eilig zu den Banu Salim, dem Geschlecht Malik. Malik sagte zu Ma'n: “Warte, bis ich dir von meinen Leuten Feuer bringe!” Er ging dann hinein, holte einen Palmzweig, zündete ihn an und lief damit in Begleitung Ma'ns in die Moschee, zündete sie an und riß sie ein. Die Leute, die darin waren, zerstreuten sich. Darüber heißt es im Qur’an: “Diejenigen, welche eine Moschee bauten aus Bosheit und Unglauben, um die Gläubigen zu spalten.* ... ” (Sure al-Tawba 9,107).

* Diese neue islamische Sekte bildete auf der Arabischen Halbinsel eine Gegenbewegung zum Islam in Medina. Diese Moslems glaubten zwar an Allah, unterwarfen sich jedoch nicht dem politischen Anspruch Muhammads. Dieser wiederum akzeptierte keine Anbetung Allahs ohne die bedingungslose Unterwerfung unter seine Autorität. Sie war mit der Verpflichtung verbunden, an seinen Kriegszügen teilzunehmen.

10.02.9 -- Wie drei Zurückgebliebene gezüchtigt wurden

Muhammad kehrte nach Medina zurück. Außer vielen Heuchlern waren auch drei Männer zurückgeblieben, die gute Gläubige waren, ohne Zweifel und ohne Heuchelei. Es waren: Ka'b ibn Malik, Murara ibn Rabi'a und Hilal ibn Umaiyya. Muhammad sagte zu seinen Gefährten: “Sprecht mit keinem der drei Männer!” Nun kamen die zurückgebliebenen Heuchler zu ihm, entschuldigten sich und schworen Eide. Muhammad aber wandte sich von ihnen ab. Weder Allah noch sein Gesandter entschuldigte sie. Mit den genannten drei Männern sprach kein Moslem. Ka'b ibn Malik erzählte: “Ich habe alle Feldzüge Muhammads mitgemacht, nur den von Badr nicht. Doch weder Allah noch sein Gesandter haben damals die Zurückgebliebenen getadelt, denn Muhammad verfolgte nur die Karawane der Quraisch wegen ihrer Handelswaren, und Allah ließ ihn ohne vorherige Ankündigung mit dem Feind zusammentreffen. Hingegen war ich bei Muhammad auf der Anhöhe, als wir uns mit ihm verbündeten, und ich ziehe dieses Bündnis der Anwesenheit bei Badr vor. Mag auch dieser Feldzug inzwischen berühmter geworden sein.*

* Diese Aussage eines Begleiters ist von großer Bedeutung. Sie zeigt, daß der Prophet der Araber bei seinen ersten Feldzügen nur materielle Ziele verfolgte. Das wird von seinen Zeitgenossen offen zugegeben. Der Kampf bei Badr hatte keine religiöse Zielsetzung. Er diente lediglich dem Beutemachen.

Was nun mein Zurückbleiben bei dem Feldzug von Tabuk angeht, so war ich nie kräftiger und wohlhabender als damals, denn, bei Allah, nie hielt ich zwei Kamele wie zu jener Zeit. Muhammad pflegte stets, wenn er ins Feld zog, ein anderes Ziel anzugeben, bis er endlich den Zug nach Tabuk unternahm. Dieser geschah bei großer Hitze, in weite Ferne und gegen einen starken Feind. Da verkündete er die Wahrheit, damit die Leute die nötigen Vorkehrungen treffen konnten. Die Zahl derer, die Muhammad folgten, war groß, ohne daß sie schriftlich aufgezeichnet worden waren, so daß diejenigen, die zurückblieben, in der Regel hoffen konnten, man werde es nicht merken, falls nicht ihretwegen etwas von Allah geoffenbart wurde. Als Muhammad nach Tabuk zog, wurden die Früchte reif. Man suchte die schattigen Plätze auf und fühlte sich zu ihnen hingezogen. Als Muhammad und die Gläubigen sich für den Feldzug vorbereiteten, wollte ich das gleiche tun, unterließ es aber. Ich tat nichts und dachte, ich kann es ja tun, sobald ich Lust habe. Dies zog sich so fort, bis die Leute ernst machten und Muhammad mit den Leuten aufbrach. Da hatte ich noch immer keine Anstalten zum Aufbruch getroffen. Ich dachte, ich tue es morgen oder übermorgen und folge ihnen nach. Nach ihrem Aufbruch wollte ich mich endlich rüsten, ließ aber wieder ab und so ging das fort, bis das Heer weit voraus war. Da dachte ich noch immer daran, mich auf den Weg zu machen und es einzuholen. O hätte ich es doch getan! Aber ich tat es nicht. Sooft ich nach dem Abmarsch Muhammads unter die Leute ging, war ich betrübt, denn ich sah nur Männer, die der Heuchelei verdächtig waren, oder Schwache, die Allah entschuldigte. Muhammad gedachte meiner nicht, bis er nach Tabuk kam. Als er aber hier unter den Leuten saß, fragte er: ,Was hat Ka'b ibn Malik getan?' Und einer der Banu Salima antwortete: ,Sein seidener Mantel und sein Wohlgefallen an der eigenen Person haben ihn zurückgehalten.' Mu'adh ibn Djabal antwortete darauf: ,Schäme dich dieser Worte! Bei Allah, o Gesandter des Herrn, wir wissen nur Gutes über ihn.' Muhammad schwieg.

Als ich vernahm, daß Muhammad von Tabuk heimkehrte, fiel mir mein trauriger Zustand ein. Ich ersann Lügen, um seinem Zorn zu entgehen und beriet mich darüber mit den Verständigen meiner Familie. Als aber Muhammads Ankunft gemeldet wurde, sagte ich mich von jeder Lüge los, denn ich erkannte, daß nur die Wahrheit mich retten könne, und beschloß, ihm die Wahrheit zu gestehen. Muhammad pflegte bei der Rückkehr von einer Reise zuerst im Heiligtum ein Gebet mit zwei Verbeugungen zu verrichten und sich dann zu den Leuten zu setzen. Als er dies tat, kamen die Zurückgebliebenen. Es waren etwa achtzig Mann und schworen und entschuldigten sich. Muhammad nahm ihre Beteuerungen und ihre Schwüre an, flehte Allahs Gnade für sie an und überließ es ihm, ihre geheimen Gedanken zu richten.

Als ich vortrat und ihn grüßte, lächelte er wie ein Erzürnter und rief mich zu sich. Als ich vor ihm saß, fragte er: ,Was hat dich zurückgehalten? Hast du nicht Kamele gekauft?' Ich antwortete: ‘Bei Allah, säße ich bei jedem anderen Menschen, so würde ich suchen, durch irgendeine Entschuldigung ihn zu besänftigen, denn ich könnte manchen Vorwand bringen. Aber, bei Allah, ich weiß, daß, wenn ich dich heute belüge und dich zufriedenstelle, doch Allah dich morgen wieder gegen mich in Zorn versetzen könnte. Wenn ich dir aber die Wahrheit sage und du mir deshalb zürnst, so hoffe ich, daß Allah es mir vergelten werde. Nein, bei Allah, ich habe keine Entschuldigung. Ich war nie kräftiger und wohlhabender.' Da sagte Muhammad: ,Nun, hierin warst du aufrichtig. Erhebe dich nun, bis Allah dein Urteil verkündet.' Ich erhob mich, und Männer von den Banu Salima folgten mir und sagten: ‘Bei Allah, wir wüßten nicht, daß du je eine Sünde begangen hättest. Es war eine Schwäche von dir, nicht auch eine Entschuldigung vorgebracht zu haben wie die anderen Zurückgebliebenen. Muhammads Gebet für dich hätte dein Vergehen ausgeglichen!' Die Leute bestürmten mich so, daß ich zu Muhammad zurückkehren und mich selbst Lügen strafen wollte. Dann fragte ich: ,Ist es noch einem anderen wie mir ergangen?' Sie antworteten: ,Murara ibn Rabi al-Amri und Hilal ibn Abi Umaiyya al-Waqif haben wie du gesprochen und Muhammad ist gegen sie wie gegen dich verfahren.' Als sie mir diese beiden frommen Männer nannten, an denen ich mir ein Beispiel nehmen konnte, schwieg ich. Muhammad verbot dann, mit uns zu sprechen, und wir waren die einzigen Zurückgebliebenen, die dieses Verbot traf. Die Leute mieden uns und änderten ihr Benehmen gegen uns, so daß ich mir selbst fremd vorkam. Das ganze Land schien mir nicht mehr das bekannte zu sein. Dieser Zustand dauerte fünfzig Nächte. Meine beiden Gefährten blieben in Demut zu Hause. Ich aber, weil ich jünger und stärker war, wohnte dem öffentlichen Gebet bei, ging auf den Märkten herum, obgleich kein Mensch mit mir sprach.

Ich ging auch zu Muhammad, als er nach dem Gebet seine Sitzung hielt, grüßte ihn und fragte mich: ‘Hat er seine Lippen geöffnet, um meinen Gruß zu erwidern oder nicht?' Dann betete ich in seiner Nähe und warf ihm verstohlene Blicke zu. Ich bemerkte, daß, wenn ich betete, er mich erblickte und wenn ich den Blick auf ihn warf, er nach der anderen Seite sah. Als dieser kränkende Zustand von Seiten der Moslems mir allmählich lang vorkam, stieg ich über die Gartenmauer meines Vetters Abu Qatada, den ich sehr lieb hatte, und grüßte ihn. Aber, bei Allah, er erwiderte meinen Gruß nicht. Da sagte ich: ,O Abu Qatada, ich beschwöre dich bei Allah, weißt du nicht, daß ich Allah und seinen Gesandten liebe?' Er schwieg. Ich beschwor ihn dreimal. Dann sagte er: ,Allah und sein Gesandter wissen es besser!' Da flossen meine Augen über. Ich sprang wieder über die Mauer und ging auf den Basar.

Als ich hier umherging, fragte ein Nabatäer aus Syrien nach mir, einer von denen, die Lebensmittel in Medina verkauften. Er fragte: ,Wer führt mich zu Ka'b ibn Malik?' Die Leute deuteten auf mich, und er kam zu mir. Er übergab mir einen Brief vom Fürsten Ghassan*, der in einer seidenen Hülle steckte. Er hatte folgenden Inhalt: ,Sodann haben wir gehört, daß dein Herr dich gekränkt habe. Aber Allah wird dich weder der Verachtung noch dem Untergang preisgeben. Komm zu uns, wir stehen dir bei.'

* Die Ghassaniden beherrschten eines der christianisierten arabischen Gebiete im Nordwesten der Arabischen Halbinsel. Sie begannen, die Gefahr, die vom Erstarken des Islam ausging, zu erkennen und versuchten, die von Muhammad disziplinierten Moslems zu sich herüberzuziehen.

Als ich dies gelesen hatte, dachte ich: ‘Das ist eine neue Heimsuchung. Es ist soweit mit mir gekommen, daß ein Ungläubiger nach mir gelüsten durfte.' Ich ging mit dem Brief zum Ofen und warf ihn hinein. So vergingen vierzig von den fünfzig Tagen. Da kam ein Bote Muhammads zu mir und sagte: ‘Der Gesandte Allahs befiehlt dir, dich von deiner Frau zu trennen.' Ich fragte: ,Soll ich die Ehe auflösen oder was hat er gesagt?' Er antwortete: ,Nein, trenne dich nur von ihr und berühre sie nicht!' Die gleiche Botschaft erhielten meine beiden Gefährten. Ich sagte zu meiner Frau: ‘Geh zu deiner Familie und bleibe bei ihr, bis Allah nach seinem Willen in dieser Sache entscheidet.' Die Frau des Hilal ibn Umaiyya ging zu Muhammad und sagte: ,O Gesandter Allahs, Hilal ist ein alter verlassener Mann, ohne Diener. Darf ich ihn nicht bedienen?' Muhammad antwortete: ,Tu es, aber tritt ihm nicht nahe!' Da sagte sie: ,O Gesandter Allahs, er fühlt kein Verlangen nach mir. Bei Allah, seitdem ihm das Bewußte widerfahren ist, hört er nicht auf zu weinen, so daß ich um sein Augenlicht besorgt bin.' Dann sagte mir einer aus meiner Familie: ,Warum erbittest du dir nicht auch deine Frau von Muhammad, da er doch der Frau Hilals gestattet hat, ihren Gatten zu bedienen?' Ich antwortete: ,Ich tu es nicht, denn da ich ein junger Mann bin, weiß ich nicht, was er mir antworten wird.' So vergingen weitere zehn Tage. Es waren nun fünfzig, seitdem Muhammad verboten hatte, mit uns zu sprechen.

Am Morgen des fünfzigsten Tages verrichtete ich das Morgengebet auf der Terrasse eines unserer Häuser in einem Zustand, wie ihn Allah von uns beschreibt: ‘... Die Erde in ihrer Ausdrehung war (uns) zu eng, und mein Leben war mir eine Last ... ' (Sure al-Tawba 9,118 siehe auch Vers 25). Als ich dann in dem Zelt war, das ich mir auf der Höhe von Sala gebaut hatte, hörte ich eine Stimme über die Ebene her zu mir dringen, welche mit aller Kraft rief: ‘Empfange frohe Botschaft, Ka'b ibn Malik!' Ich fiel betend nieder und erkannte, daß ich erlöst war. Muhammad hatte nämlich, als er das Morgengebet verrichtet hatte, den Leuten verkündet, daß uns Allah vergeben habe. Die Leute gingen, um uns davon zu benachrichtigen. Manche gingen zu meinen beiden Gefährten. Ein Mann spornte sein Pferd an, um zu mir zu kommen. Einer von Aslam aber lief auf den Berg und seine Stimme gelangte vor dem Reiter zu mir. Als der, dessen Stimme ich vernommen hatte, zu mir kam und mir die frohe Botschaft brachte, zog ich meine beiden Kleider aus und schenkte sie ihm als Botenlohn, obgleich ich, bei Allah, keine anderen hatte und Geliehene anziehen mußte. Dann schlug ich den Weg zu Muhammad ein, und die Leute kamen auf mich zu und verkündigten mir Allahs Gnade, indem sie sagten: ,Möge Allahs Vergebung dir Glück bringen!' Endlich kam ich in die Moschee, in der Muhammad, von Leuten umgeben, saß. Talha ibn 'Ubaid Allah erhob sich, grüßte und beglückwünschte mich. Außer ihm stand kein Ausgewanderter vor mir auf. Als ich Muhammad grüßte, sagte er mir freudestrahlenden Gesichtes: ‘Freue dich mit dem besten Tage, den du seit deiner Geburt erlebt hast!' Ich sagte: ,Kommt es von dir oder von Allah?' Er antwortete: ,Von Allah!' (Muhammad hatte nämlich, wenn er eine frohe Botschaft verkündete, ein Gesicht wie ein Stück Mond. Wir hatten diese Eigenheit oft an ihm bemerkt.) Als ich vor ihm saß, sagte ich: ,O Gesandter Allahs, ich werde außer anderen Bußtaten mein ganzes Vermögen Allah und seinem Gesandten weihen!' Muhammad erwiderte: ‘Behalte einen Teil davon, das ist besser für dich!' Ich sagte: ,Nun, so behalte ich meinen Anteil von Khaybar.' Dann sagte ich: ,Allah hat mich durch meine Aufrichtigkeit gerettet. Ich werde nun als Buße, so lange ich lebe, nur die Wahrheit sprechen.' Bei Allah, seitdem ich dies Muhammad gesagt habe, habe ich keinen Menschen gefunden, den Allah als wahrhaftiger erprobt hätte als mich. Bei Allah, ich habe bis zu diesem Tage nie eine absichtliche Lüge gesagt und hoffe, daß mich Allah auch bis zum Ende meiner Tage davor bewahren wird.”*

* Die Wahrheit sagen, war im Islam nicht selbstverständlich, sondern eine Ausnahme. Im Qur’an und in den Moslems wohnt nicht der “Geist der Wahrheit,” wie Jesus ihn seinen Nachfolgern verheißen hat (Johannes 14,16-17; 15,26 und 16,13).

Allah offenbarte hierüber: “117 Allah hat sich dem Propheten, den Ausgewanderten und den Hilfsgenossen zugewandt, die ihm zur Zeit der Not gefolgt sind, nachdem das Herz eines Teils von ihnen vom rechten Weg abgewichen war. Dann vergab er ihnen auch dieses. Er ist gütig, mild und barmherzig 118 auch den drei Männern, die zurückgeblieben sind, ...” bis hin zu den Worten: “119 ... Gehöret zu den Wahrhaftigen!” (Sure al-Tawba 9,117-119). Ka'b sagte noch: “Allah hat mir, seitdem er mich zum Islam geleitet hat, keine größere Wohltat erwiesen als die, daß er mich an jenem Tage Muhammad die Wahrheit sagen ließ. Durch Lügen wäre ich zugrunde gegangen wie die andern, die ihn belogen haben, über die Allah das Schlimmste, was je über jemanden gesagt worden ist, geoffenbart hat, indem es heißt: ,95 Sie schwören euch bei Allah, wenn ihr zurückkehrt zu ihnen, damit ihr sie nicht zur Rede stellt. Wendet euch von ihnen ab, sie sind unrein. Die Hölle wird ihre Wohnung als Strafe für ihr Treiben werden. 96 Sie schwören euch, um euch zufriedenzustellen. Wenn ihr euch aber auch zufrieden gebt, so wird Allah an diesen Ruchlosen kein Wohlgefallen haben' ” (Sure al-Tawba 9,95-96). Ka'b sagte ferner: “Wir drei blieben hinter denen zurück, deren Entschuldigung Muhammad annahm, als sie schworen, und für die er Allah um Verzeihung anflehte. Darum hat er auch unsere Angelegenheit verschoben, bis sich Allah darüber aussprach. Darauf beziehen sich die Worte Allahs 'und den Dreien, die zurückgeblieben sind ...' (Sure al-Tawba 9,118), womit nicht gemeint ist vom Feldzug, sondern hinter denen, die durch Schwüre Muhammads Entschuldigung erlangten, während die Entscheidung über die drei verschoben wurde.”*

* Die Gemeindezucht Muhammads hat tiefe Wirkung bei seinen Getreuen gezeigt. Das Ziel dieser Gemeindezucht war jedoch nicht das Wachstum von Glaube und Liebe, sondern die Beteiligung am Heiligen Krieg. Nicht Heiligung oder Dienst der Gläubigen, sondern Kampf bis zum Tod war das Ziel der islamischen Erziehung.

10.02.10 -- Die Bekehrung der Thaqifiten* (Dezember 630 n.Chr.)

Im Ramadan (9. Monat) des neunten Jahres nach der Auswanderung kehrte Muhammad von Tabuk nach Medina zurück. Im selben Monat kamen Abgeordnete der Thaqifiten zu ihm. Als Muhammad ohne sie aufbrach, folgte ihm der Thaqifite 'Urwa ibn Mas'ud. Er holte ihn noch vor Medina ein und bekannte sich zum Islam. Er bat dann Muhammad, wieder zu den Seinigen zurückkehren zu dürfen, und ihnen den Islam zu verkündigen. Muhammad entgegnete: “Sie werden dich töten!” Muhammad wußte, daß sie in ihrer Ablehnung des Islam größte Entschlossenheit gezeigt hatten. 'Urwa meinte aber: “O Gesandter Allahs! Ich bin ihnen teurer als ihre erstgeborenen Söhne!” Er war in der Tat beliebt, und man hörte auf ihn. Er ging also zurück, um sein Volk zum Islam aufzurufen und hoffte, wegen seines Ansehens auch hierin keinen Widerspruch zu finden.

* Die Thaqifiten lebten in einem Gebiet ca. 100 km östlich von Mekka und ca. 340 km südlich von Medina. Ihr Zentrum war Ta'if, das Muhammad im Februar 630 n.Chr. vergeblich versucht hatte einzunehmen.

Als er jedoch eine Hütte bestieg, sie zum Islam aufrief und ihnen dabei seinen Glauben offenbarte, schossen sie von allen Seiten Pfeile auf ihn ab. Von einem Pfeil wurde er getroffen und getötet. Als man den Sterbenden fragte: “Was hältst du von deinem vergossenen Blut,” antwortete er: “Ich sehe es als eine Güte Allahs und als Märtyrertum an, das er mir beschert hat. Ich sehe mich nicht anders an als einen der Märtyrer, die an der Seite Muhammads vor seinem Aufbruch getötet worden sind. Darum beerdigt mich neben ihnen.” Das geschah auch. Es wird behauptet, Muhammad habe über 'Urwa gesagt, er sei unter seinem Volke dem Herrn von Yasin gleichzusetzen.*

* Durch den Tod 'Urwas wurden die Moslems zur Blutrache gezwungen. Die Thaqifiten waren fortan auf ihren Reisen vogelfrei und in ständiger Lebensgefahr.

Die Thaqifiten verharrten noch einige Monate nach der Ermordung 'Urwas in ihrer feindlichen Haltung. Sie besprachen sich miteinander und sahen ein, daß sie nicht stark genug waren, um die sie umgebenden Araber zu bekämpfen, die bereits Muhammad gehuldigt und den Islam angenommen hatten. Hierauf hielten die Thaqifiten Rat. Einer sagte zum andern: “Siehst du nicht, daß wir auf keinem unserer Wege mehr sicher sind? Keiner kann die Stadt verlassen, ohne belästigt zu werden?” Nach eingehendem Rat beschlossen sie, einen Boten zu Muhammad zu schicken, so wie sie früher 'Urwa geschickt hatten. Sie redeten mit Abd Yaalil, der ebenso alt wie 'Urwa war, und schlugen ihn als Boten vor. Abd Yaalil weigerte sich jedoch, weil er fürchtete, es möchte ihm wie 'Urwa ergehen. Er entgegnete: “Ich tue es nicht, wenn ihr nicht noch andere Männer mit mir schickt.” Sie beschlossen schließlich, noch drei weitere Thaqifiten und zwei Bundesgenossen mit ihm zu schicken. Abd Yaalil, der Führer und Herr der Abgeordneten, reiste mit ihnen ab. Er hatte die anderen nur aus Furcht mitgenommen, es möchte ihm wie 'Urwa ergehen. So aber hoffte er, daß jeder nach der Rückkehr seine Stammesgenossen überzeugen werde.

Als sie in Qanat, in der Nähe Medinas, abstiegen, begegneten sie Mughira ibn Schu'ba. Er war an der Reihe, die Kamele der Gefährten Muhammads auf die Weide zu führen, denn die Gefährten wechselten einander in diesem Dienst ab. Als er die Thaqifiten sah, überließ er ihnen die Herde und sprang eilig fort, um Muhammad zu benachrichtigen. Ehe er zu Muhammad kam, begegnete er Abu Bakr und sagte ihm, daß die Thaqifiten gekommen seien, um Muhammad zu huldigen und den Islam unter der Bedingung anzunehmen, daß er ihnen eine Sicherheitsurkunde für ihre Leute, ihr Land und ihr Gut ausstelle. Abu Bakr sagte zu Mughira: “Ich beschwöre dich, bei Allah, geh nicht vor mir zu Muhammad, damit ich selbst es ihm verkünde.” Mughira fügte sich, und Abu Bakr benachrichtigte Muhammad von der Ankunft der Thaqifiten. Mughira geleitete dann die Abgeordneten zu seinen Freunden, ließ die Kamele bei ihnen ausruhen und lehrte sie, wie sie Muhammad grüßen sollten. Sie verharrten jedoch bei ihrem heidnischen Gruß.

Als sie zu Muhammad kamen, ließ er ihnen an der Seite seiner Moschee ein Zelt errichten. Khalid ibn Sa'id war der Vermittler zwischen den Thaqifiten und Muhammad, bis schließlich der Vertrag schriftlich aufgesetzt war, den Khalid selbst schrieb. Die Thaqifiten aßen nichts von den Speisen, die ihnen Muhammad schicken ließ. Erst nachdem Khalid sie gekostet hatte, sie sich zum Islam bekannten und der Vertrag geschlossen war, nahmen sie davon.

Sie hatten von Muhammad verlangt, daß er ihnen ihren Götzen Lat noch drei Jahre lasse. Als er sich weigerte, baten sie um zwei Jahre, dann um ein Jahr und zuletzt um einen Monat. Muhammad wollte ihnen aber überhaupt keine Frist zugestehen. Die Abgeordneten gaben vor, sie bezweckten mit der Frist nur, sich vor den eigenen Narren, Frauen und Kindern zu schützen. Es sei ihnen unangenehm, ihre Leute durch die Zerstörung des Götzen in Schrecken zu versetzen, ehe der Islam bei ihnen Eingang gefunden habe. Muhammad bestand jedoch darauf. Abu Sufyan und Mughira ibn Schu'ba wurden beauftragt, Lat zu zerstören. Mit der Bitte um die Erhaltung ihrer Götzen hatten sie auch die andere Bitte verbunden, mit dem Gebet verschont zu bleiben, und daß sie nicht genötigt sein sollten, den Götzen mit eigener Hand zu zerschlagen. Muhammad erwiderte darauf: “Was das Zerschlagen des Götzen mit eigener Hand angeht, so wollen wir es euch erlassen. Das Gebet aber erlassen wir euch nicht, denn es ist nichts Gutes an einer Religion, die kein Gebet hat.” Schließlich sagten sie zu Muhammad: “Wir sind mit allem einverstanden, wenn es auch eine Demütigung für uns ist.” Als sie sich bekehrt hatten und der Vertrag unterschrieben war, ernannte Muhammad Uthman ibn Abi al-'As zu ihrem Vorgesetzten. Obgleich er einer der jüngsten der Abordnung war, war er doch am eifrigsten im Studieren des Islam und Erlernen des Qur’ans.

10.02.11 -- Die Zerstörung des Götzen in Ta'if

Als die Thaqifiten heimkehrten, sandte Muhammad Abu Sufyan und Mughira mit ihnen. Sie sollten den Götzen zerstören. Als sie nach Ta'if kamen, wollte Mughira Abu Sufyan vorausschicken. Dieser sagte aber: “Geh du zuerst zu deinen Leuten.” Er selbst blieb bei seinem Gut in Dhu al-Hadm. Als Mughira in die Stadt kam, fiel er über den Götzen her und zerschlug ihn mit einer Hacke. Seine Stammesgenossen, die Banu Mu'attib, standen um ihn herum, weil sie befürchteten, er möchte von Pfeilen getroffen oder wie 'Urwa verletzt werden. Die Frauen der Thaqifiten weinten und schrien:

Vergießet Ströme von Tränen!
Die Feigen haben Lat ausgeliefert;
sie haben schlecht gekämpft.

Während Mughira den Götzen mit der Hacke zerschlug, rief Abu Sufyan: “Wehe dir! Das verdienst du!” Als Mughira den Götzen zerschlagen hatte, übergab er dessen Schatz und Schmuck an Abu Sufyan. Der Schmuck war aus verschiedenen Teilen zusammengesetzt; er bestand aus Gold und Edelsteinen.

Noch ehe die Deputation zu Muhammad gegangen war – bald nach der Ermordung Urwas, – hatten sich Abu Mulaih ibn 'Urwa und Qarib ibn al-Aswad zu Muhammad begeben und sich von den Thaqifiten losgesagt, mit denen sie keinerlei Gemeinschaft mehr haben wollten. Sie bekehrten sich dann zum Islam. Muhammad sagte zu ihnen: “Nehmt euch zum Herrn, wen ihr wollt!” Sie antworteten: “Wir nehmen Allah und seinen Gesandten zu unserem Herrn.” Muhammad fügte hinzu: “Und Abu Sufyan, euren Onkel mütterlicherseits.” Sie sagten: “Und Abu Sufyan, unseren Onkel mütterlicherseits.”

Nach der Bekehrung der Thaqifiten – Muhammad hatte Abu Sufyan und Mughira nach Ta'if geschickt, um den Götzen zu zerschlagen – bat Abu Mulaih Muhammad, er möge eine Schuld seines Vaters 'Urwa von dem Schatz des Götzen tilgen. Muhammad willigte ein. Da sagte Qarib: “Tilge auch die Schuld meines Vaters al-Aswad!” (Al-Aswad war der Bruder Urwas von väterlicher und mütterlicher Seite.) Muhammad erwiderte: “Al-Aswad ist als Götzendiener gestorben!” Da versetzte Qarib: “Es betrifft aber doch einen mir verwandten Moslem. Die Schuld lastet auf mir und wird von mir gefordert.” Da befahl Muhammad, Abu Sufyan solle die Schuld beider vom Schatz des Götzen tilgen. Als Mughira den Schatz gesammelt hatte, erinnerte er Abu Sufyan an Muhammads Befehl, und Abu Sufyan bezahlte ihre Schuld.

Muhammads Schreiben an die Thaqifiten lautete: “Im Namen Allahs, des Gnädigen und Barmherzigen. Von Muhammad, dem Propheten, dem Gesandten Allahs, an die Gläubigen: Die Wälder von Wadjdj und die Jagdrechte darin sollen nicht verletzt werden. Wer dies dennoch tut, soll entkleidet und ausgepeitscht werden. Wer dagegen frevelt, soll festgenommen und vor den Propheten Muhammad geführt werden. Es ist eine Sache, die Muhammad, den Propheten und Gesandten Allahs angeht. Khalid ibn Sa'id hat dies auf Befehl des Gesandten Muhammad ibn Abd Allah geschrieben. Es handle ihm niemand zuwider in dem, was ihm Muhammad, der Gesandte Allahs, befohlen hat. Er würde sonst gegen seine eigene Seele ein Unrecht begehen.”

10.02.12 -- Die vier heiligen Monate (Januar bis April 631 n.Chr.)

Muhammad blieb den übrigen Teil des Ramadan (9. Monat) und die Monate Schawwal (10. Monat) und Dhu al-Qa'da (11. Monat) in Medina. Dann benannte er Abu Bakr zum Führer der Pilger. Er wollte mit den Gläubigen im neunten Jahr nach der Auswanderung die Pilgerfahrt verrichten. Aber auch die Ungläubigen pilgerten noch zu ihren verschiedenen Lagern. Nachdem Abu Bakr abgereist war, wurde die Sure Baraa (ein anderer Name der neunten Sura al-Tawba) geoffenbart und der Vertrag zwischen Muhammad und den Ungläubigen aufgehoben, demzufolge kein Pilger vom Heiligtum abgehalten werden dürfe und im heiligen Monat niemand etwas zu fürchten brauche. Dieser Vertrag galt allgemein zwischen Muhammad und den Götzendienern.* Außerdem gab es noch Sonderverträge zwischen Muhammad und einzelnen Stämmen, die für eine bestimmte Dauer abgeschlossen worden waren, wie über die Heuchler, die am Feldzug von Tabuk nicht teilgenommen hatten.

* Muhammad hat anfangs in Medina die ungläubigen Heuchler und die starken Beduinenstämme toleriert. Sobald er genügend Macht besaß, wurde er intolerant, diktatorisch und verlangte die bedingungslose Unterwerfung.

Über ihre Reden erschien eine Offenbarung, in der Allah die innersten Gedanken derer offenbarte, welche anders scheinen wollten als sie waren und von denen einige mit Namen genannt wurden. Es heißt dort: “1 Eine Aufkündigung von seiten Allahs und seines Gesandten an diejenigen von den Heiden, mit denen ihr eine bindende Abmachung abgeschlossen habt. 2 Zieht nun vier Monate im Land umher! Ihr müßt aber wissen, daß ihr euch dem Zugriff Allahs nicht werdet entziehen können, und daß Allah die Ungläubigen zuschanden machen wird” (Sure al-Tawba 9,1-2).*

* Dieser Vers ist die wichtigste Grundlage für die Kündigung laufender Verträge mit Ungläubigen im Qur’an.
Jesus hat keine seiner Verheißungen und Warnungen geändert und seinen Bund oder seine Gerichtsandrohungen nicht aufgekündigt. Er hat nie versucht, Menschen, Familien oder Sippen mit dem Schwert zu unterwerfen und in seine Nachfolge zu zwingen. Er gewann seine Nachfolger durch sein Wort. Dieses Wort des Sohnes Gottes ist die bleibende Grundlage des Neuen Bundes, so daß er sagen konnte: “Himmel und Erde werden vergehen; aber meine Worte werden nicht vergehen” (Matthäus 24,35). Jesus ist die Wahrheit in Person (Johannes 14,6).

Eine weitere Botschaft von seiten Allahs und seines Gesandten an die Leute am Tag der großen Wallfahrt beinhaltete, daß Allah und sein Gesandter nicht mehr den Animisten verpflichtet sind. “3 ... Wenn ihr euch nun bekehrt, ist das besser für euch. Wenn ihr euch aber abwendet, müßt ihr wissen, daß ihr euch dem Zugriff Allahs nicht werdet entziehen können. Und verkünde denen, die ungläubig sind, eine schmerzhafte Strafe! 4 Ausgenommen (sind) diejenigen von den Animisten, mit denen ihr eine bindende Abmachung abgeschlossen habt, und die euch hierauf in nichts haben zu kurz kommen lassen und niemanden gegen euch unterstützt haben. Ihnen gegenüber müßt ihr die mit ihnen getroffene Abmachung vollständig einhalten, bis die ihnen zugestandene Frist abgelaufen ist. Allah liebt die, die (ihn) fürchten. 5 Sobald die vier heiligen Monate vorüber sind, erschlagt die Götzendiener, wo immer ihr sie findet. Nehmt sie gefangen, sperrt sie ein und lauert ihnen auf all ihren Wegen auf.* Bekehren sie sich, beten sie und bezahlen die Religionssteuer, so laßt sie wieder frei. Allah vergibt und ist gnädig und barmherzig. 6 Wenn einer dieser Götzendiener (die ich dir zu töten befohlen habe) dich um Schutz anfleht, so gewähre ihm diesen bis er Allahs Wort vernimmt. Dann bestimme ihm einen Zufluchtsort. Dies ist erlaubt, weil es unwissende Leute sind” (Sure al-Tawba 9,3-6).

* Die Tötung der Animisten, der Feinde Muhammads und der vom Islam Abgefallenen gilt dem Moslem als ein Gebot Allahs. Wer dieses Gebot nicht erfüllt, begeht Befehlsverweigerung gegen Allah und wird selbst bestraft.
Ganz anders Jesus; er hat uns die Feindesliebe gelehrt. Wer seinem Wort nicht gehorcht, scheidet sich von der Liebe Gottes (Matthäus 5,43-48).

7 Wie aber kann ein Vertrag mit den Ungläubigen bei Allah und seinem Gesandten bestehen? Nur mit solchen, mit denen ihr bei der heiligen Anbetungsstätte einen Vertrag geschlossen habt, sollt ihr weiter verbunden sein. Haltet ihnen, was sie euch halten, denn Allah liebt die Gottesfürchtigen. 8 Wie anders, wenn sie Macht über euch erlangten! Dann berücksichtigen sie weder Schwur noch Schutzbündnis. Sie stellen euch nur mit dem Munde zufrieden, ihr Herz jedoch widerstrebt der Offenbarung, und die Mehrzahl unter ihnen ist ruchlos. 9 Sie haben die Verse Allahs für einen geringen Preis hingegeben und andere von seinem Pfade abgehalten. Ihr Treiben war schlecht. 10 Sie beachten weder Eid noch Bündnis. Sie sind eure Feinde. 11 Bekehren sie sich, beten und geben sie Almosen, so sind sie eure Brüder im Glauben. Wir schreiben die Verse deutlich für die, welche verstehen wollen” (Sure al-Tawba 9,7-11).

Da die Sure Baraa Muhammad geoffenbart wurde, nachdem er Abu Bakr bereits als Führer der Pilger abgesandt hatte, fragte man ihn: “O Gesandter Allahs, willst du diese Offenbarung nicht Abu Bakr nachsenden?” Er antwortete: “Nur jemand aus meiner Familie kann mich vertreten!” Er ließ dann Ali rufen und sagte zu ihm: “Ziehe aus mit der Offenbarung, wie sie im Anfang der Sure Baraa* geschrieben steht und mache am Opfertage, wenn die Leute in Mina (in Mekka) versammelt sind, bekannt, daß kein Ungläubiger ins Paradies kommt, kein Götzendiener nach diesem Jahre mehr zur Pilgerfahrt zugelassen wird, niemand mehr die Ka'ba umkreisen darf. Außerdem gelten nur noch die Verträge, die mit Muhammad abgeschlossen wurden bis zu ihrem Ablauf.”

* ”Baraa” ist ein weiterer Name der 9. Sure, die meistens “al-Tawba” genannt wird.

Ali begab sich auf Muhammads Kamel 'Adhba (die Süße) zu Abu Bakr. Als Abu Bakr ihn sah, fragte er: “Kommst du als Emir oder mit einem besonderen Auftrag?” Ali antwortete: “Mit einem besonderen Auftrag.” Sie zogen dann zusammen weiter. Abu Bakr führte die Pilger an, während die übrigen Beduinen in diesem Jahre noch einmal ihre Lager wie im Heidentum bezogen. Am Opfertage erhob sich Ali und machte bekannt, was ihm Muhammad aufgetragen hatte. Er sagte: “O ihr Leute! Kein Ungläubiger wird ins Paradies kommen. Nach diesem Jahr darf kein Götzendiener mehr nach Mekka pilgern. Niemand darf die Ka'ba nackt umrunden. Nur ein mit Muhammad geschlossener Vertrag bleibt bis zu seinem Ablauf gültig.” Dann gab er den Götzendienern eine Frist von vier Monaten, damit jeder an einen sicheren Ort in seiner Heimat zurückkehren könne. Demnach sollten nur noch die Verträge oder Schutzverhältnisse weiter bestehen, die mit Muhammad auf eine bestimmte Zeit abgeschlossen waren. Nach dieser Bekanntmachung kehrten Ali und Abu Bakr zu Muhammad zurück.*

* Die Vertragskündigung bedeutete eine Kriegserklärung gegen alle nichtislamischen Bewohner und die Herrscher auf der Arabischen Halbinsel. Muhammad wollte nicht bloß eine neue Religion bringen, er wollte seinen Religionsstaat, wenn nötig mit Gewalt, ausbreiten und mit Macht festigen.
Bei Jesus und seinen Aposteln gab es nie einen Versuch in dieser Richtung.
Jesus hatte sich zwar vor Pilatus als “König” bekannt, dabei aber herausgestellt, daß sein Reich nicht von dieser Welt ist. Er verlangte keine Steuern und rief nicht zu den Waffen, sondern forderte Demut, Sanftmut, Keuschheit und Liebe im Heiligen Geist.

Dies war die Lossagung von den Götzendienern, die allgemeine Verträge besaßen und von denen, die die Sonderverträge für eine bestimmte Zeit in Besitz hatten. Später befahl Allah seinem Gesandten, auch die Götzendiener zu bekämpfen, die zwar einen speziellen Vertrag besaßen, ihn aber verletzt hatten. Alle, die keinen Vertrag hatten, waren nach Ablauf der vier Monate schutzlos. Wer jedoch eine Gewalttat beging, sollte selbst erschlagen werden. Es heißt: “13 Weshalb solltet ihr nicht jene bekämpfen, die ihren Eid gebrochen haben und danach trachteten, Muhammad zu verdrängen und die mit Feindseligkeiten begonnen haben? Fürchtet ihr sie? Wenn ihr zu den Gläubigen gehört, so habt ihr allein Allah zu fürchten. 14 Bekämpft sie! Allah wird sie durch eure Hände züchtigen, beschämen, euch gegen sie beistehen und die Brust der Gläubigen heilen 15 und den Gram aus ihrem Herzen verscheuchen. Allah wendet sich, zu wem er will, er ist allwissend und weise. 16 Glaubt ihr, ihr könntet vergessen und Allah würde nicht die unter euch kennen, die in den Heiligen Krieg ziehen und außer Allah, seinem Gesandten und den Gläubigen, keinen Fremden aufnehmen? Allah kennt eure Taten”* (Sure al-Tawba 9,13-16).

* Rache und Haß sind oft die Triebkräfte in den Herzen der Moslems. Sie kennen keinen Befehl zur bedingungslosen Versöhnung, Vergebung und Feindesliebe, wie das Evangelium es lehrt.

28 ... Die Götzendiener sind unrein. Sie sollen nach diesem Jahr nicht mehr der heiligen Ka'ba nahe kommen. Fürchtet ihr euch vor Armut, so wird euch Allah reich machen durch seine Güte, wenn er will, denn er ist allwissend und weise. 29 Bekämpfet (mit dem Schwert) die nicht an Allah und den Jüngsten Tag glauben und nicht verbieten, was Allah und sein Gesandter geboten haben und die nicht der Religion des Rechts angehören, von denen, die das Buch (die Bibel) empfangen haben, bis sie die Kopfsteuer mit ihrer eigenen Hand bezahlen und (damit bekennen, daß) sie klein (und unbedeutend) sind” (Sure al-Tawba 9,28-29).

Mit diesem wichtigen Vers der Sure “die Buße” befiehlt Muhammad allen Moslems, den blutigen Kampf gegen die Juden und Christen – nicht um ihre Sinnesänderung herbeizuführen – sondern damit sie die diskriminierende Kopfsteuer als unterworfene Schutzbefohlene bezahlen und die Glaubenskriege der Moslems mitfinanzieren helfen.*

Mit dieser Offenbarung Allahs wurde allen Juden und Christen der Kampf angesagt. Die Animisten sollen sogar rücksichtslos getötet werden, wenn sie den Islam nicht annehmen. Juden und Christen aber müssen unterworfen werden. Sie sollen im Stand der Demütigung als Menschen 2. Klasse ihre Strafe erleiden, weil sie zwar Heilige Bücher besitzen, jedoch den Islam nicht angenommen haben.
Jesus dagegen sagt: “Gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker... und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe.” Der große Missionsbefehl Jesu enthält keine Aufforderung zur Gewaltanwendung – nur den Befehl zum Evangelisieren, Taufen und Lehren in seiner Gegenwart (Matthäus 28,19-20).''

... Viele Priester und Mönche zehren das Gut der Leute auf und halten sie vom Pfade Allahs ab. Andere sammeln Schätze von Gold und Silber* und verwenden sie nicht für Allah; verkündige ihnen schwere Pein!” (Sure al-Tawba 9,34).

* Muhammad wußte etwas von dem Reichtum der orthodoxen und katholischen Kirchen und Klöster. Er hätte ihn gern zur Finanzierung seiner Kriege herangezogen.

Die Zahl der Monate vor Allah ist zwölf, und zwar seit dem Tage, da Allah Himmel und Erde geschaffen hat, und davon sind vier Monate heilig. Das ist die rechte Religion. Begeht diesbezüglich kein Unrecht gegen euch selbst ...” (Sure al-Tawba 9,36).

Die Religionssteuer gebührt den Bedürftigen und Armen und denen, die damit zu tun haben (Steuerbeamte sind gemeint), sowie denen, deren Herz an den Islam gewöhnt werden soll. Ferner soll sie für Sklaven, für Schuldner, für den Heiligen Krieg* und für Reisende verwendet werden. Das ist der ihnen von Allah bestimmte Anteil. Allah ist allwissend und weise!” (Sure al-Tawba 9,60).

* Die Religionssteuer darf nicht nur als karitative Sozialsteuer verstanden werden, sie dient auch zur Finanzierung der Heiligen Kriege. Sie dient dem Loskauf von Moslems, die Sklaven geworden waren, oder von Sklaven, die Moslems wurden sowie als Starthilfe für Neubekehrte und zur Tilgung von Schulden, die Moslems Feinden des Islam gegenüber haben, damit sie nicht von ihnen abhängig bleiben. Die Religionssteuer dient also sowohl der karitativen Hilfe als auch der Ausbreitung des Islam.

Diejenigen, welche die Gehorsamen unter den Gläubigen in bezug auf die Almosen tadeln und diejenigen, welche jene Gläubigen verspotten, die nur so viel bringen, wie sie vermögen, die werden von Allah verspottet und ernten schwere Pein” (Sure al-Tawba 9,79). Die Gehorsamen waren Abd al-Rahman ibn Auf und Asim ibn Adi, ein Bruder der Banu al-Adjlan. Muhammad hatte nämlich eine dringende Aufforderung zum Almosengeben ergehen lassen. Da brachte Abd al-Rahman 4.000 Dirham und Asim 100 Ladungen Datteln. Da tadelten sie die beiden und sagten: “Das ist bloße Scheinheiligkeit.” Der, welcher nur mit Anstrengung Almosen gab, war Abu Aqil, ein Bruder der Banu 'Unaif. Er brachte ein Saa' (Gefäßmaß) Datteln. Sie spotteten darüber und sagten: “Allah bedarf eines solchen Maßes von Ibn Aqil nicht!”

Manche Beduinen geben nur gezwungen ihr Almosen und lauern auf ein Unglück, das euch treffen könnte. Aber ihnen wird Böses und Mißgeschick widerfahren. Allah hört und weiß alles!” (Sure al-Tawba 9,98)

Von den aufrichtigen und gläubigen Beduinen heißt es dagegen: “Manche Beduinen glauben an Allah und den Jüngsten Tag und betrachten das, was sie spenden, als eine Annäherung an Allah, und damit sein Gesandter für sie bete. Gewiß wird es sie Allah nahe bringen ...” (Sure al-Tawba 9,99).

10.02.13 -- Das Gedicht Hassans

Hassan ibn Thabit zählt im folgenden Gedicht die Feldzüge auf, welche die Hilfsgenossen mit Muhammad durchgestanden haben und nennt ihre Lagerplätze. Anderen zufolge stammt das Gedicht von Abd al-Rahman:

Bist du nicht das Vorzüglichste von Ma'd, einzeln und als Kampfgenossenschaft? Mögen sie nun zusammen oder einzeln eingeschätzt werden? Sie sind ein Volk, das geschlossen bei Badr mit dem Gesandten kämpfte. Da war kein Flüchtling und kein Abtrünniger darunter. Sie huldigten ihm, und keiner hat seinen Eid gebrochen. Ihr Glaube war über jeden Verdacht erhaben. Sie waren bei ihm am Tage, als im Tale von Uhud harte Schläge sie trafen, brennend wie Feuerhitze; auch am Tage von Dhu Qarad, als er sie zum Kampfe aufrief auf edlen Rossen. Sie waren nicht schwach und nicht feige. Dhu al-'Uschayra überfielen sie mit ihren Reitern, mit Helm und Lanze bewaffnet, und am Tage von Waddan trieben sie mit ihren Pferden die Bewohner vor sich her, bis ihnen steiniger Boden und das Gebirge ein Ziel setzten. In mancher Nacht suchten sie ihren Feind auf, für Allahs Sache, und Allah belohnte sie für ihre Tat. Auch auf dem Feldzug nach Nadjd zogen sie mit dem Gesandten gegen den Feind aus und fanden noch andere Beute. Auch in der Nacht von Hunain kämpften sie an seiner Seite. Da führte er sie zu wiederholten Malen an die Tränke des Krieges. Auf dem Feldzug von al-Qaa' trieben wir den Feind auseinander wie eine Herde, die sich von der Tränke weg zerstreut. Am Tage der Huldigung schworen sie, für ihn zu kämpfen, und standen ihm bei und wichen nicht. Bei der Eroberung von Mekka schlossen sie sich seiner Schar an. Sie waren nicht aufbrausend oder voreilig. Am Tage von Khaybar waren sie in seinem Heer und zogen einher wie Helden, die den Tod verachten, mit gezücktem, in ihrer Rechten sich wiegenden Schwert, das im Gefecht bald gebogen, bald wieder gerade wird. Am Tage, als der Gesandte Allahs, auf des Herrn Lohn rechnend, nach Tabuk zog, waren sie seine ersten Fähnlein und die Anführer, wenn es zum Krieg kam, je nachdem es ihnen gut dünkte vorwärts zu gehen oder umzukehren.

Dieses Volk beschützt den Propheten. Es ist mein Volk. Ich gehöre ihm an. Sie geben edelmütig ihr Leben hin und verletzen das Bündnis nicht. Wenn sie getötet werden, so sterben sie auf dem Pfade Allahs.*

* In diesem Lobpreis der Schlachten werden 12 von 38 Feldzügen aufgeführt, die Muhammad befohlen und an denen er meist selbst teilgenommen hatte.
Von Jesus werden nicht Kriege, sondern viele Wunder berichtet, bei denen er Kranke heilte, Dämonen austrieb und seine Jünger aus Sturm und Hunger rettete.

10.03 -- Die Abordnungen der Beduinenstämme erweisen Muhammad die Ehre (631 n.Chr.)

10.03.1 -- Das Jahr der Deputationen (631 n.Chr.)

Nachdem Muhammad Mekka erobert hatte und von Tabuk zurückgekehrt war und nachdem auch die Thaqifiten sich bekehrt und ihm gehuldigt hatten, kamen aus allen Gegenden Arabiens Deputationen zu ihm. Dies war im Jahr 9 nach der Hidjra, das deswegen auch “Jahr der Deputationen” genannt wurde. Die Beduinen warteten nämlich ab, wie der Kampf zwischen dem Stamm der Quraisch und Muhammad ausgehen werde. Die Quraisch waren Führer und Vorbilder auf der Arabischen Halbinsel, Herren der heiligen Ka'ba, die auferstandenen Nachkommen Ismaels, des Sohnes Abrahams. Auch hatten die Quraisch als erste Muhammad widersprochen und den Krieg gegen ihn geschürt. Nachdem aber Mekka erobert worden war und die Quraisch sich Muhammad unterworfen hatten, wußten die benachbarten Beduinen, daß sie nicht die Macht haben würden, Muhammad erfolgreich zu bekriegen. Sie bekannten sich daher zum Glauben an Allah. Es heißt: “1 Als Allahs Beistand kam und damit die Eroberung, 2 sahst du wie die Leute scharenweise* zum Glauben an Allah übertraten. 3 So preise und lobe den Herrn und flehe seine Gnade an! Er ist der Vergebende” (Sure al-Nasr 110,1-3).

* Die massenweisen Übertritte zum Islam wurden zumeist nicht aus Überzeugung und Glauben vollzogen, sondern aus Opportunismus. Trotzdem lobte Muhammad Allah wegen der fortschreitenden Islamisierung der Arabischen Halbinsel. Der Islam war für ihn nicht allein Glaube und Religion, sondern vor allem Macht und Unterwerfung.
“Glaube” ist im Islam häufig verbunden mit Unterwerfung aus Angst. Mit dem Glauben aus Liebe und Vertrauen, den Jesus brachte, hat ein solcher Glaube nichts zu tun.
Der wahre Engel Gabriel sagte zu Josef: “Er (Jesus) wird sein Volk retten von seinen Sünden” (Matthäus 1,21) und in Lukas 24,46 und 47 prophezeite Jesus: “Es steht geschrieben, daß der Christus auf diese Weise leiden und am dritten Tag von den Toten auferstehen werde und daß in seinem Namen Umkehr zur Vergebung der Sünden gepredigt werden muß unter allen Völkern.

10.03.2 -- Der Dichterstreit

Mit anderen Abgeordneten der Beduinen kam auch der Tamimite Utarid ibn Hadjib zu Muhammad. Er befand sich in Begleitung edler Tamimiten wie al-Aqra ibn Habis, Zibriqan ibn Badr und Amr ibn al-Ahtam al-Habhab. Al-Hutat war es, den Muhammad mit Mu'awiya ibn Sufyan verbrüderte.

Muhammad hatte seine Gefährten untereinander verbrüdert; Abu Bakr mit Umar, Uthman ibn 'Affan mit Abd al-Rahman ibn Auf, Talha ibn 'Ubaid Allah mit Zubair ibn al-Awwam, Abu Dharr al-Ghifari mit Miqdad ibn Amr al-Bahrani, Mu'awiya mit Hutat ibn Jazid al-Mudjaschi. Hutat starb unter dem Kalifat Mu'awiyas, und Mu'awiya übernahm aufgrund dieser Verbrüderung Hutats Hinterlassenschaft. Da richtete Farazdaq u.a. folgende Verse an Mu'awiya:

O Mu'awiya, dein Vater und Onkel haben Erbschaften hinterlassen. Ihre Verwandten sollen sie sich aneignen. Warum hast du das Erbteil Hutats aufgezehrt, während doch, was vom Erbteil Harbs übrig war, sich in deiner Hand befestigt? Als die Abgeordneten der Tamim zur Ka'ba kamen, riefen sie hinter Muhammads Wohnung: “Komm heraus zu uns, Muhammad!” Dieses Geschrei mißfiel Muhammad, doch trat er heraus zu ihnen. Da sagten sie: “O Muhammad, wir sind gekommen, mit euch einen Wettstreit der Dichter zu veranstalten. Erlaube unserem Dichter und Redner zu sprechen.” Muhammad sagte: “Ich erlaube es.” Da erhob sich Utarid und sprach:

Gepriesen sei Allah, der über uns steht. Ihm gebührt zuerst die Ehre. Er hat uns zu Fürsten eingesetzt und uns große Güter geschenkt, mit denen wir Gutes tun. Er hat uns zu den Mächtigsten aller Bewohner des Ostens gemacht, den zahlreichsten und bestgerüsteten. Wer kommt uns gleich unter den Menschen? Sind wir nicht die Häupter der Menschheit, die Vorzüglichsten von allen? Wer uns den Ruhm streitig machen will, der zähle auf, was wir aufzählen können. Wenn wir wollten, könnten wir noch viel sagen. Allein wir schämen uns, viel von dem zu sagen, was er uns verliehen hat. Auch sind wir dafür bekannt. Ich sage dies, damit ihr Gleiches vorbringt oder Besseres als wir.

Hierauf setzte er sich wieder und Muhammad sagte zu Thabit ibn Qays ibn al-Schammas:* “Erhebe dich und widerlege die Rede dieses Mannes!”

* Thabit war ein islamischer Dichter christlicher Herkunft, wie man an den biblischen Spuren seiner Poesie erkennen kann.

Thabit erhob sich und sprach:

Gepriesen sei Allah, der Himmel und Erde geschaffen hat, in denen er seine Beschlüsse vollzieht, dessen Wissen seinen Thron umfaßt, durch dessen Güte allein alles besteht. Sodann hat er in seiner Allmacht uns zu Fürsten eingesetzt und aus den besten seiner Geschöpfe einen Gesandten erkoren, den edelsten an Abkunft, den wahrhaftigsten in seinen Reden und den vorzüglichsten an Adel. Er hat ihm seine Schrift offenbart und seine Geschöpfe anvertraut. Er ist der Auserwählte Allahs aus allen Wesen. Er rief die Menschen auf, an ihn zu glauben.

Seine Verwandten und die Ausgewanderten aus seinem Volke glauben an ihn, Männer vom edelsten Geschlecht, von schönstem Aussehen und von bestem Wandel. Wir waren die Ersten, welche dem Gesandten Allahs Gehör schenkten, als er zu Allah aufrief. Wir sind die Hilfsgenossen Allahs und die Bevollmächtigten seines Gesandten. Wir bekämpfen die Menschen, bis sie an Allah glauben. Wer an Allah und seinen Gesandten glaubt, rettet sein Leben und sein Gut. Wer Allah leugnet, den bekämpfen wir ununterbrochen und achten seinen Tod gering.* Das ist meine Rede. Allah vergebe mir und allen gläubigen Männern und Frauen! Friede sei mit euch!

* Diese Grundzüge des islamischen Denkens sind nicht die persönliche Auffassung des Dichters, sondern Bestandteil des islamischen Gesetzes. Alle Europäer, Asiaten, Afrikaner und Amerikaner sollten sich diese islamischen Prinzipien einprägen: “Wir bekämpfen die Menschen, bis sie alle an Allah glauben. Wer an Allah und seinen Gesandten glaubt, rettet sein Leben und sein Gut. Wer Allah leugnet, den bekämpfen wir ununterbrochen und achten seinen Tod gering.”

Hierauf erhob sich Zibriqan und sprach:

Die Edlen sind wir! Kein Stamm ist uns ebenbürtig. Aus unserer Mitte stammen die Fürsten. Durch uns blüht der Handel. Viele Stämme haben wir schon im Reitergefecht unterjocht. Verdient doch unsere Kraft, anerkannt zu werden. Wir verspeisen unseren Braten auch in Hungerjahren, wenn es im Lande draußen unheimlich ist. Deshalb siehst du des Nachts die edelsten Leute aus allen Ländern zu uns kommen. Wir beschäftigen uns mit ihrer Bewirtung und schlachten für die Ehre unseres Geschlechts ganze Kamelherden, so daß Gäste, die bei uns einkehren, gesättigt werden. Sooft wir mit einem anderen Stamm an Ruhm wetteifern, siehst du ihn gedemütigt und mit gesenktem Kopf weggehen. Wen kennen wir, der hierin uns den Ruhm streitig machen wollte? Die Leute mögen heimkehren. Die Kunde wird sich verbreiten. Wir widerstehen allen, aber niemand widersteht uns. So gelangen wir zu immer höherem Ruhm.

Hassan war nicht zugegen. Muhammad ließ ihn holen. Hassan selbst erzählte: “Muhammads Bote kam zu mir und sagte zu mir, Muhammad lasse mich rufen, damit ich dem Dichter der Banu Tamim antworte. Ich ging zu Muhammad und dichtete:

Wir haben den Gesandten Allahs gegen die Unzufriedenen und Unwilligen von Ma'd beschützt, als er sich bei uns niederließ. Wir haben ihn mit unseren Schwertern gegen jeden Frevler und Übeltäter beschützt, als er bei uns in ein abgesondertes Haus einkehrte, dessen Stärke und Macht in Djabiya al-Djaulan, mitten unter Fremden, ist. Besteht der Ruhm in etwas anderem als in alter Herrschaft, in Freigebigkeit, in Fürstenrang und im Ertragen schwerer Ereignisse?

Als ich zu Muhammad gelangte und der Dichter der Leute eben seine Verse rezitierte, dichtete ich nach seiner Weise, ihn widerlegend; und als er geendet hatte und Muhammad mich aufforderte, ihm zu antworten, begann ich:

Die Häupter von Fihr (ein Beduinenstamm) und ihre Brüder haben den Menschen den Weg vorgezeichnet, den sie wandeln sollen. Wer Allah in seinem Innern fürchtet, findet Wohlgefallen, und alles Gute wird ihm zuteil. Das sind die Leute, die ihrem Feinde, wenn sie ihn bekriegen, Verderben bringen und ihren Anhängern Nutzen. So war von jeher ihre Natur und wisse, das Übel der Menschen besteht in ihren Neuerungen. Wenn unter den Menschen noch andere vorangingen, so ist jedes Vorangehen, auch im Vergleich zum Letzten unter ihnen, ein Nachfolgen. Niemand kann flicken, was ihre Hände im Krieg zerrissen haben, noch zerreißen, was sie geflickt haben. Wenn sie mit den Menschen um die Wette laufen, tragen sie den Preis davon, und wenn sie mit den Männern des Ruhmes an Freigebigkeit wetteifern, so überragen sie sie. Sie sind tugendhaft. Ihre Tugend wird in der Offenbarung gerühmt. Sie verunreinigen sich nicht, und kein Gelüst stürzt sie ins Verderben. Sie geizen nicht mit ihrem Gut gegen ihren Nachbarn, und keine Gier bringt sie mit Schmutz in Berührung. Wenn wir uns gegen einen Stamm aufmachen, so gehen wir nicht langsamen Schrittes wie das Kamel, hinter welchem der Jäger auf das Wild losgeht. Wir steigen höher, wenn die Krallen des Krieges uns erreichen, während die Feigen davor zurückschrecken. Wenn wir den Feind schlagen, so prahlen wir nicht und wenn wir geschlagen werden, so sind wir nicht kleinmütig und furchtsam. Im Kampfe, wenn der Tod uns nahe ist, gleichen wir Löwen in Halya*, deren Fußgelenke verrenkt sind. Zürnen wir, so nimm von uns an, was wir großmütig gewähren. Trachte nicht nach Dingen, die wir einmal versagt haben. Führen wir Krieg, so fürchte unsere Feindschaft und betrachte sie als ein Verderben, in das du untertauchst, von Giftpflanzen und Salabäumen umgeben. Ehrwürdig ist ein Volk, das dem Gesandten Allahs folgt, wenn andere Scharen in ihren Leidenschaften auseinandergehen. Kein Herz bringt ihm ein Lob entgegen, das in seinen Wünschen von einer beredten, stolzen Zunge unterstützt wird. Es ist das vorzüglichste Volk unter allen Stämmen, sie mögen scherzen oder von ernsten Dingen reden.

* Ein Ort in Jemen, wo es viele Löwen gibt: Lisan al-'Arab.

Zibriqan hat sich dann erhoben und folgende Verse erwidert:

Wir sind zu dir gekommen, damit die Leute unsere Vorzüge erkennen, wenn sie bei herannahenden Festen darüber streiten. Wir sind die Häupter der Menschheit an jedem Ort. Niemand im ganzen Hidjaz kann sich mit Darim messen. Wir schlagen die Gezeichneten zurück, wenn sie stolz einhergehen, und hauen auf die Häupter der stolzen Führer ein. Uns gebührt ein Viertel bei jedem Kriegszug, den wir nach Nadjd oder ins Ausland machen.

Hassan erhob sich hierauf und antwortete:

Besteht der Ruhm in etwas anderem als in alter Herrschaft, Freigebigkeit und Ertragen schwerer Ereignisse? Wir haben den Propheten Muhammad aufgenommen und unterstützt, es mochte Ma'd genehm sein oder nicht, mit einem abgesonderten Stamm, dessen Ursprung in Djabia al-Djaulan, in der Mitte der Fremden liegt. Als er sich unter uns niederließ, sind wir ihm beigestanden mit unseren Schwertern gegen die Frevler und Übeltäter. Wir haben ihn mit unseren Söhnen und Töchtern beschirmt, und waren ihm nicht gram, als er über die Beute verfügte. Wir haben die Leute mit feinen, schneidenden Klingen geschlagen, bis sie seinem Glauben folgten. Wir haben den Ausgezeichnetsten aus Quraisch geboren, den Propheten des Heils aus dem Geschlechte Haschim. O Söhne Darims, prahlt nicht, damit eure Prahlerei bei der Erwähnung der Tugenden zu keinem Unglück für euch wird. Möget ihr verwaist werden! Ihr wollt euch über uns erheben und seid doch unser Gut, unsere Diener und Sklavinnen. Seid ihr gekommen, damit euer Gut und euer Blut geschont werde, daß ihr nicht wie andere Beute verteilt werdet, so stellt Allah keine Genossen zur Seite, werdet Moslems und kleidet euch nicht nach der Weise der Fremden!”

Als Hassan sein Gedicht rezitiert hatte, sagte al-Aqra: “Bei meinem Vater, dieser Mann verdient, daß man sich ihm anschließt. Sein Vertreter ist besser als der Unsrige. Sein Dichter übertrifft den Unsrigen und ihre Stimme ist lauter als die unsrige.” Hierauf bekehrten sie sich zum Islam und Muhammad belohnte sie mit reichen Geschenken. Von den Abgeordneten war Amr ibn al-Ahtam bei den Kamelen geblieben, weil er der Jüngste war. Qays ibn Asim, der ihn haßte, sagte zu Muhammad: “O Gesandter Allahs! Einer von uns ist bei unseren Kamelen geblieben!” Und er setzte geringschätzig hinzu: “Es ist ein junger Knabe!” Muhammad beschenkte ihn jedoch genauso wie die andern. Als Amr hörte, daß Qays ihn verspottet hatte, dichtete er:

Du hast mir meinen Hintern zerrissen und mich vor dem Gesandten geschmäht. Du hast nicht wahr gesprochen und das Ziel nicht erreicht. Wir haben eine glänzende Herrschaft über euch geführt, während eure Herrschaft den Mund aufsperrt, daß man die Backenzähne sieht und auf dem Schwanze sitzt.

Im Qur’an heißt es hierzu: “Die hinter dem Vorhang laut rufen, sind größtenteils unverständige Leute!”* (Sure al-Hudjurat 49,4).

* Der Dichterstreit war eine geistige Form des Zweikampfes und umschrieb in poetischer Form die damalige Auffassung und Kultur der Animisten und der Moslems auf der Arabischen Halbinsel. Kampf, Sieg, Ehre und Recht waren dabei wichtiger als Glaube, Liebe und Hoffnung. Die Demut und Sanftmut fehlte und die Vergebung der Sünden war nicht gefragt.

10.03.3 -- Zwei Feinde Allahs und ihr Los

Unter den Abgeordneten der Banu Amir*, die zu Muhammad kamen, befanden sich Amir ibn Tufail, Arbad ibn Qays, Khalid ibn Dja'far und Djabbar ibn Salma. Diese waren die Häupter und Satane** des Stammes. Amir ibn Tufail, der Feind Allahs, kam zu Muhammad, um Verrat an ihm zu üben. Seine Stammesgenossen hatten zu ihm gesagt: “Alle Leute werden Moslems! Bekehre dich auch!” Darauf hatte er geantwortet: “Bei Allah, ich habe geschworen, nicht zu ruhen, bis alle Araber in meine Fußstapfen treten! Nun soll ich diesem Quraischiten folgen?” Er sagte dann zu Arbad: “Wenn wir zu dem Manne kommen, will ich seine Aufmerksamkeit von dir abziehen. Ist dies geschehen, so falle mit dem Schwert über ihn her!” Als sie zu Muhammad kamen, sagte Amir: “O Muhammad, laß mich mit dir allein reden!” Muhammad antwortete: “Bei Allah, nicht eher, als bis du an Allah den Einzigen glaubst.” Amir wiederholte seine Bitte und sagte noch anderes zu Muhammad, wobei er erwartete, daß Arbad seinen Befehl vollziehen werde. Arbad entsprach jedoch seiner Erwartung nicht. Als Amir dies sah, wiederholte er seine Bitte, aber Muhammad erwiderte: “Nicht eher, bis du an Allah, den Einzigen ohne einen Genossen glaubst.” Als Muhammad bei seiner Weigerung verharrte, sagte Amir: “Bei Allah, ich werde die Erde mit Reitern und Fußvolk gegen dich füllen!” Als er sich entfernte, sprach Muhammad: “Allah, schütze mich vor Amir ibn Tufail!”

* Die Banu Amir ibn Sa'sa'a lebten in einem Gebiet etwa 300 bis 550 km nordöstlich von Mekka.
** Die führenden Gegner Muhammads werden immer wieder “Satane” genannt.

Als die beiden Männer Muhammad verlassen hatten, sagte Amir zu Arbad: “Wehe dir! Wo bleibt die Ausführung des Befehls, den ich dir erteilt habe? Bei Allah, auf der ganzen Erde habe ich keinen Menschen mehr gefürchtet als dich. Von nun an aber fürchte ich dich nicht mehr.” Arbad erwiderte: “Mögest du keinen Vater haben! Übereile dich nicht in deinem Urteil gegen mich!”

“Bei Allah, sobald ich an deinen Befehl dachte, tratest du zwischen mich und jenen Mann, so daß ich nur dich sah. Hätte ich dich mit dem Schwert überfallen sollen?” Hierauf wollten sie in ihre Heimat zurückkehren. Aber auf dem Heimweg sandte Allah eine Pestbeule an den Hals Amirs und tötete ihn im Hause einer Frau von den Banu Salul. Amir sagte: “Soll ich eine Beule bekommen wie ein junges Kamel? Und dies im Hause einer Frau von den Banu Salul?” Nachdem Amir beerdigt war, begaben sich seine Gefährten in das Land der Banu Amir, um dort den Winter zuzubringen. Als sie heimkamen, fragten die Stammesgenossen Arbad, was er bringe. Er antwortete: “Nichts, bei Allah. Er hat uns aufgefordert, etwas anzubeten, auf das ich, wenn ich es hier bei mir hätte, mit Pfeilen schießen würde, um es zu töten!” Ein oder zwei Tage, nachdem er diese Worte gesagt hatte, zog er mit einem Kamel aus, das er verkaufen wollte. Da sandte Allah einen Blitz, der ihn und sein Kamel verbrannte.

10.03.4 -- Dimam ibn Tha'laba, der Abgeordnete der Banu Sa'd ibn Bakr*

Die Banu Sa'd ibn Bakr sandten einen der Ihrigen namens Dimam ibn Tha'laba zu Muhammad. Als er nach Medina kam, ließ er sein Kamel vor der Tür der Moschee niedersitzen und band es fest. Dann ging er in die Moschee, in der Muhammad in der Mitte seiner Gefährten saß. Dimam war ein starker, behaarter Mann mit zwei Locken. Als er vor Muhammad stand, fragte er: “Wer von euch ist der Sohn Abd al-Muttalibs?” Muhammad antwortete: “Ich bin es!” “Bist du Muhammad?” – “Ja.” – “Ich möchte wichtige Fragen an dich richten. Wirst du es nicht übelnehmen?” – “Nein, frage was du willst!” – “Ich beschwöre dich bei Allah, bei deinem Gott und dem deiner Vorfahren und deiner Nachfolger: Hat dich Allah als Gesandten zu uns geschickt?” – “Bei Allah, ja!” – “Ich beschwöre dich bei Allah, deinem Gott, dem Gott deiner Vorfahren und deiner Nachfolger: Hat dir Allah befohlen, uns zu ermahnen, ihn allein anzubeten, ihm keine Genossen an die Seite zu setzen und die Götter abzuschaffen, die unsere Vorfahren neben ihm angebetet haben?” – “Bei Allah, ja.” “Ich beschwöre dich bei Allah, deinem Gott, und dem Gott deiner Vorfahren und Nachfolger: Hat dir Allah befohlen, uns das fünfmalige Gebet vorzuschreiben?” – “Ja.” – Er erwähnte dann die Vorschriften des Islam, eine nach der andern, Almosen geben, Fasten, Pilgerfahrt, sowie andere Satzungen und beschwor ihn dabei jedesmal, wie er es zu Anfang getan. Als er fertig war, sagte er: “Ich bekenne, daß es keinen Gott gibt außer Allah, und daß Muhammad sein Gesandter ist. Ich werde diesen Vorschriften nachkommen, allem Verbotenen entsagen, nichts hinzusetzen noch etwas davon wegnehmen.” Hierauf kehrte er wieder zu seinem Kamel zurück. Muhammad sagte: “Wenn dieser Lockenkopf aufrichtig ist, kommt er ins Paradies.” Dimam band sein Kamel los und kehrte wieder zu seinen Stammesgenossen zurück. Als sie sich um ihn versammelten, war sein erstes Wort: “Lat und Uzza sind zuschanden geworden!” Die Leute riefen: “Still, Dimam! Fürchte den Aussatz, die Elephantiasis und den Wahnsinn!” Er aber sagte: “Wehe euch! Bei Allah, sie (die Götzen) können euch weder nützen noch schaden. Allah hat seinen Gesandten geschickt und ihm eine Schrift geoffenbart, wodurch er euch aus eurem bisherigen Zustand erlöst. Ich bekenne, daß Allah einzig ist, ohne Genossen, und daß Muhammad sein Diener und Gesandter ist. Ich bringe euch seine Gebote und Verbote.” Ehe es Abend wurde, waren alle Männer und Frauen in diesem Lager zum Islam bekehrt. Nach dem Bericht des Ibn 'Abbas hat man nie von einem ausgezeichneteren Abgeordneten gehört, als von Dimam.

* Die Banu Sa'd ibn Bakr lebten in einem Gebiet ca. 130 km nordöstlich von Mekka.

10.03.5 -- Der Christ Djarud* wird Moslem

Danach kam Djarud ibn Amr zu Muhammad. Er war Christ. Als er vor Muhammad trat, stellte ihm dieser den Islam vor und flößte ihm das Verlangen ein, ihn anzunehmen.

* Djarud gehörte zu den Banu 'Abd al-Qays, die im Osten der arabischen Halbinsel unter sassanidischem Einfluß lebten, ca. 1100 km östlich von Medina, am arabischen Golf gegenüber des heutigen Emirats Bahrain. Er war wahrscheinlich nestorianischer Christ.

Da sagte Djarud: “O Muhammad! Ich habe einen Glauben, den ich nun für den deinigen aufgeben soll. Kannst du mir Ersatz für meinen Glauben verbürgen?” Muhammad antwortete: “Ja, ich bürge dafür, daß Allah dich zu einem Glauben geleitet hat, der besser ist als der deinige.” Da bekehrte Djarud sich zum Islam, und auch seine Gefährten wurden Moslems.* Dann bat er Muhammad um Lasttiere. Muhammad entgegnete: “Bei Allah, ich habe keine herzugeben!” Da sagte er: “O Gesandter Allahs, zwischen uns und meiner Heimat gibt es viele verirrte Menschen.** Sollen wir mit solchen in unsere Heimat ziehen?” Muhammad antwortete: “Nein, halte dich fern von ihnen. Sie sind Höllenflammen.” Al-Djarud kehrte dann wieder zu seinem Stamm zurück und wurde ein guter Moslem, der in seinem Glauben bis zu seinem Tod festblieb. Er lebte noch zur Zeit des Abfalls, als seine Stammesgenossen mit Gharur ibn al-Mundhir wieder zu ihrem alten Glauben zurückkehrten. Er aber sprach die Leute an und forderte sie auf, im Islam zu verharren und sagte: “Ich bekenne, ihr Leute, daß es keinen Gott gibt außer Allah und daß Muhammad sein Diener und Gesandter ist. Ich erkläre den für einen Ungläubigen, der dies nicht bekennt.”

* Etliche Christen erkannten nach ihrer übereilten Annahme des Islam, was sie verloren hatten. Sie fielen wieder vom Islam ab und wurden später deshalb von den Moslems überrannt und besiegt.
** Die “Verirrten” sind Christen, die in der Wüste der Gottesferne verdursten sollen, weil sie an Gott, den Vater und den Sohn glauben. Muhammad bezeichnet sie als “Brennmaterial für das (Höllen-)Feuer” (Sure Al Imran 3,10).

10.03.6 -- Die Ankunft der Abgeordneten der Banu Hanifa mit Musaylima

Danach kamen die Abgeordneten der Banu Hanifa*. Unter ihnen befand sich Musaylima** ibn Habib, der Lügner. Sie stiegen bei der Tochter des al-Harith ab, der Frau eines Hilfsgenossen von den Banu al-Nadjdjar. Die Abgeordneten der Banu Hanifa kamen zu Muhammad, ließen jedoch Musaylima im Lager zurück. Als sie sich zum Islam bekannt hatten, erwähnten sie ihn und sagten: “Wir haben einen unserer Gefährten im Lager bei den Kamelen zurückgelassen, um sie zu hüten.” Muhammad befahl, ihm das gleiche zu geben, was seine Gefährten erhalten hatten und sagte: “Er hat nicht den schlechtesten Platz unter euch.” Sie verließen dann Muhammad und brachten Musaylima, was Muhammad ihm geschenkt hatte. Als sie aber nach Yamama kamen, wurde der Feind Allahs abtrünnig, gab sich als Prophet aus, log sie an und sagte: “Ich bin sein Genosse.” Zu den Abgeordneten sagte er: “Hat er euch nicht gesagt, als ihr mich erwähntet, mein Platz sei nicht der schlechteste unter euch? Das kommt daher, weil er weiß, daß ich sein Genosse in dieser Sache bin.” Er sprach sie dann in Reimen an und sagte, den Qur’an nachahmend:

Allah war gütig gegen die Schwangeren.
Er bringt aus ihnen lebendes, bewegliches Wesen hervor,
zwischen dem Unterleib und den Eingeweiden.

Musaylima erlaubte ihnen Wein und Buhlerei und befreite sie vom Gebet. Und doch bekannte er, daß Muhammad ein Prophet sei und die Banu Hanifa stimmten ihm zu.

* Die Banu Hanifa lebten nordwestlich der Banu 'Abd al-Qays in der Nähe des arabischen Golfs, in einem Gebiet etwa 860 bis 1100 km östlich von Medina gelegen.
** Musaylima wurde im Islam zum Inbegriff des falschen Propheten. Daher die Redensart: “Er lügt wie Musaylima.” Die Verkleinerungsform “Maslama” soll ihn lächerlich machen.

10.03.7 -- Die Ankunft des Zaid al-Khail mit den Abgeordneten von Tayyi'*

Unter den Abgeordneten von Tayyi', die zu Muhammad kamen, befand sich auch ihr Oberherr Zaid al-Khail. Muhammad stellte ihnen den Islam vor. Sie bekehrten sich und wurden fromme Moslems. Nach dem Bericht eines glaubwürdigen Tayyi'iten sagte Muhammad zu ihnen: “Es ist mir noch kein Beduine gerühmt worden, den ich nicht, wenn er zu mir kam, unter seinem Rufe gefunden hätte, außer Zaid al-Khail, von dem mir nicht genug gesagt wurde.” Er nannte ihn dann “Zaid al-Khair” (Zaid, der Gute oder Beste), schenkte ihm Beute und Ländereien und stellte ihm eine Urkunde darüber aus. Zaid kehrte hierauf wieder zu seinem Stamm zurück. Muhammad sagte: “Zaid wird dem Fieber Medinas nicht entgehen!” Als Zaid an das Wasser Farda in Nadjd kam, überfiel ihn das Fieber und er starb.

* Die Banu Tayyi' lebten im Herzen Arabiens ca. 380 bis 550 km nordöstlich von Medina.

10.03.8 -- Der christliche Fürst 'Adi ibn Hatim wird Moslem

'Adi ibn Hatim erzählt: “Keinem Beduinen, der von Muhammad gehört hat, war er verhaßter als mir. Ich war ein angesehener Mann, ein Christ. Mein Volk erkannte mich als seinen Fürsten an, dem es ein Viertel (seiner Einkünfte) entrichtete. Ich war nach meiner Ansicht im rechten Glauben. Ich haßte daher Muhammad, als ich von ihm hörte und sagte zu meinem arabischen Sklaven, der meine Kamele hütete: ,Mögest du keinen Vater haben! Halte mir fette, zahme Kamele bereit, und wenn du hörst, daß Muhammads Truppen in dieses Land kommen, so sage es mir!’ Der Sklave befolgte diesen Befehl. Eines Morgens kam er und sagte: ,O 'Adi, tu jetzt, was du bei einem Überfall der Reiter Muhammads zu tun beschlossen hast. Ich habe Banner gesehen und gefragt. Man hat mir gesagt, es seien die Truppen Muhammads.’ Ich ließ mir meine Kamele vorführen, lud meine Frau und meine Kinder darauf und beschloß, mich zu meinen Glaubensgenossen nach Syrien zu begeben. Ich zog nach al-Djauschiya, ließ aber eine Schwester im Lager zurück, welche die Reiter Muhammads, die bald folgten, mit anderen Gefangenen von Tayyi' vor Muhammad brachten. Er hatte schon gehört, daß ich nach Syrien entflohen sei. Meine Schwester wurde vor dem Tor der Moschee in eine Hütte gebracht, in der die Gefangenen eingesperrt wurden. Als Muhammad an ihr vorüberkam, erhob sie sich und sagte: ,O Gesandter Allahs! Mein Vater ist tot und mein Fürsorger ist fern. Begnadige mich, Allah wird dir auch gnädig sein!’ Muhammad fragte: ,Wer ist dein Fürsorger?’ Sie antwortete: ,Adi, der Sohn Hatims!’ Da fragte er: ,Ist es der, der vor Allah und seinem Gesandten geflohen ist?’ Hierauf entfernte sich Muhammad.”

“Am andern Tag,” so erzählt das Mädchen, “kam er wieder an mir vorüber. Ich redete ihn in derselben Weise an, und er gab mir die gleiche Antwort. Als er am folgenden Tag wieder vorüberkam und ich schon alle Hoffnung aufgegeben hatte, gab mir ein Mann, der hinter ihm stand, ein Zeichen aufzustehen und ihn anzusprechen. Ich erhob mich und sagte: ,O Gesandter Allahs, mein Vater ist tot, mein Fürsorger ist fern, begnadige mich, Allah wird auch dir gnädig sein!’ Er antwortete: ‘Es sei, doch übereile deine Abreise nicht, bis du Leute von deinem Stamme findest, denen du Vertrauen schenkst, damit sie dich in deine Heimat zurückbringen. Dann gib mir Nachricht!’ Ich erkundigte mich dann nach dem Manne, der mir ein Zeichen gegeben hatte, Muhammad anzureden, und man sagte mir, es sei Ali gewesen. Ich blieb, bis eine Karawane von Bali oder Quda'a kam, denn ich wollte zu meinem Bruder nach Syrien. Dann sagte ich zu Muhammad: ‘Es sind Stammesgenossen von mir gekommen, denen ich Vertrauen schenken kann, daß sie mich in die Heimat bringen!’ Muhammad schenkte mir ein Kleid und ein Kamel und gab mir die nötigen Lebensmittel und ich reiste mit der Karawane nach Syrien.”

“Bei Allah,” erzählt Adi, “ich saß bei meiner Familie, als ich sah, wie eine Reisende auf uns zukam. Ich sagte: ‘Das ist die Tochter Hatims,’ und tatsächlich war sie es. Als sie vor mir stand, ergoß sie sich in Worten: ‘Du Übeltäter, der du die Bande der Verwandtschaft zerreißt. Du bist mit deiner Frau und deinen Kindern weggezogen und hast das Überbleibsel deines Vaters, deine Scham, zurückgelassen!’ Ich antwortete: ,Schwesterchen, sprich nur Gutes, ich habe keine Entschuldigung. Ich habe getan, was du gesagt hast.’

Sie stieg dann ab und blieb bei mir. Da sie eine verständige Person war, fragte ich sie: ,Was hältst du von Muhammad?’ Sie antwortete: ,Meine Ansicht ist, bei Allah, daß du dich eilig zu ihm begeben solltest, denn er ist ein Prophet. Wer zu ihm kommt, erwirbt bei ihm ein Vorrecht. Wird er als Fürst erstarken, so wirst du dadurch nicht erniedrigt, da dann auch der Jemen stark wird.’ Ich antwortete: ‘Bei Allah, das ist eine rechte Ansicht,’ und begab mich zu Muhammad nach Medina.

Er war in der Moschee. Ich trat hinein und grüßte ihn. Er fragte: ,Wer ist der Mann?’ Ich antwortete: ,Adi, der Sohn Hatims.’ Er stand auf und ging mit mir zu seinem Haus. Auf dem Weg begegneten wir einer schwachen, alten Frau, die ihn aufhielt. Er blieb lange bei ihr stehen, und sie trug ihm ihr Anliegen vor. Ich dachte: ‘Bei Allah, das ist kein König!’ Als er endlich mit mir in sein Haus trat, griff er nach einem mit Palmfasern gefüllten ledernen Kissen, warf es mir zu und sagte: ,Setze dich darauf!’ Ich entgegnete: ,Setze du dich darauf!’ Er erwiderte: ,Nein, du!’ Ich setzte mich, und er setzte sich auf den nackten Boden. Ich dachte: ‘Bei Allah, das ist nicht königlich!’ Er sagte dann: ,Nun, Adi, bist du nicht Rakusier*?” – ,Jawohl!’ – ‘Hast du nicht von deinem Volke ein Viertel erhoben?” – ‘Freilich!’ – ‘Das gestattet aber dein Glaube nicht!’ – ‘Du hast, bei Allah, recht!’ – Ich erkannte nun, daß er ein gottgesandter Prophet ist, der wußte, was anderen unbekannt ist. Dann sagte er: ,Vielleicht willst du unseren Glauben nicht annehmen, weil die Leute so arm sind.** Aber, bei Allah, die Zeit ist nicht fern, da Geld und Gut bei uns im Überfluß vorhanden sein wird, daß sich niemand mehr findet, um sie zu nehmen.*** Oder schreckt dich vielleicht die große Zahl ihrer Feinde und ihre eigene geringe Zahl ab? Aber, bei Allah, du wirst bald hören, daß eine Frau ohne Furcht auf ihrem Kamel von Qadisiyya hierherkommen wird, um die Ka'ba zu besuchen. Oder willst du deshalb unseren Glauben nicht annehmen, weil das Reich und die Herrschaft bei anderen ist? Aber, bei Allah, du wirst bald hören, daß die weißen Marmorschlösser von Babel erobert worden sind.’ Hierauf bekehrte ich mich.”****

[-''* Rakusier nennt man die Anhänger einer Religion, deren Glaube eine Mischung von Christentum und Sabäertum war.
  • Die mekkanischen Moslems waren nach ihrer Auswanderung in Medina trotz der Überfälle und Kriege nicht übermäßig reich geworden. Die Bewohner des fruchtbaren und wasserreichen Jemen besaßen einen höheren Wohlstand als die seßhaft gewordenen Beduinen in den trockenen Steppen und Wüsten der Arabischen Halbinsel.
    *** Muhammads Vision vom großen Reichtum des Islam ging durch die späteren Eroberungen und durch die Erdölfunde in der neueren Zeit in Erfüllung. Der Reichtum der Araber aber blieb auf wenige herrschende Sippen beschränkt. In Saudi Arabien gibt es heute noch Beduinen, die neben höchstem Luxus darben.
    **** Dieser Bericht macht deutlich, daß die Bekehrung zum Islam meist aufgrund materieller Verlockungen, aber ohne Sinneswandel erfolgte und mit der Bekehrung gemäß der Bibel nur den Namen gemeinsam hat. In der Apostelgeschichte lesen wir: “Bei diesen Worten ging es den Hörern wie ein Stich durchs Herz und sie sprachen: ,Ihr Männer, liebe Brüder, was sollen wir tun?’ Petrus antwortete ihnen: ,... ändert euren Sinn und laßt euch taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer Sünden, so werdet ihr die Gabe des Heiligen Geistes empfangen’” (Apostelgeschichte 2,37-38).''-]

Adi sagte später: “Zwei dieser Voraussagen sind bereits erfüllt, und die dritte wird, bei Allah, auch in Erfüllung gehen. Ich habe gesehen, wie die weißen Schlösser von Babel erobert worden sind* und wie eine Frau ohne Furcht von Qadisiyya auf ihrem Kamel abreiste, um zur Ka'ba zu pilgern und, bei Allah, die dritte Prophezeiung wird auch in Erfüllung gehen, Geld wird im Überfluß da sein, so daß keiner mehr danach greift.”

* Falls diese Voraussagen Muhammads Inspirationen waren, so stammten sie aus dämonischer Quelle ähnlich wie die Versuchung Jesu: “Da nimmt ihn der Teufel auf einen sehr hohen Berg und zeigt ihm alle Reiche der Welt und ihre Herrlichkeit und sagt zu ihm: ‘Dies alles will ich dir geben, wenn du vor mir niederfällst und mich anbetest’” (Matthäus 4,8-9).
Jesus aber sprach zu dem Bösen: “Weg mit dir, Satan! Es steht geschrieben: ‘Du sollst Gott, deinen Herrn, anbeten und ihm allein dienen’” (Matthäus 4,10). Das heißt, niemand kann wahre Anbetung und Beute, Heiligen Geist und Geld, Gott und irdische Macht zugleich anstreben. Er muß sich für das eine gegen das andere entscheiden. Der Islam hat sich für das Geld und die irdische Macht entschieden.

10.03.9 -- Die Ankunft des Farwa ibn Musaik al-Muradi

Farwa ibn Musaik trennte sich von den übrigen Fürsten der (christlichen) Banu Kinda* und kam zu Muhammad. Kurz vor der Annahme des Islam war ein Kampf zwischen den Hamdan und den Murad ausgebrochen, in welchem die Hamdan einen vollständigen Sieg erfochten und die Murad an einem einzigen Tage, “al-Radm” genannt, gänzlich unterjochten. Der Führer der Murad war al-Adjda' ibn Malik. Als er zu Muhammad kam, fragte ihn dieser: “Bist du betrübt über das, was deinem Volk am Tage ,al-Radm’ widerfahren ist?” Er antwortete: “O Gesandter Allahs! Welchem Mann würde es nicht leid tun, wenn seinem Volk widerführe, was dem meinigen am Tage von al-Radm widerfahren ist?” Da antwortete Muhammad: “Aber das wird deinem Volk nur um so mehr Glück bringen!” Muhammad ernannte ihn dann zum Statthalter über Murad, Zubaid und Madhhidj und sandte Khalid ibn Sa'id ibn al-'As als Verwalter der Religionssteuer mit ihm. Khalid blieb bis zum Tode Muhammads bei ihm in seiner Heimat.**

* Diese christlichen Banu Kinda lebten im Hadramawt, ca. 1500 km südöstlich von Mekka am indischen Ozean (Heute Teil des Jemen).
** Die Beduinen hatten einen Instinkt für militärische Stärke und schlossen sich Muhammad an. Dieser sandte Beauftragte mit Truppen zu den Neubekehrten, die mit der Religionssteuer ihre neuen Schutzherren und Religionslehrer finanzieren mußten. Nicht Opfer, Demut und Hilfe waren das Thema bei der Ausbreitung des Islam, sondern militärische Einsätze, Sieg und Religionssteuer. Muhammad baute ein irdisches Reich auf, ein Reich von dieser Welt.

10.03.10 -- Die Ankunft des Asch'ath ibn Qays mit Abgeordneten der christlichen Banu Kinda

Dann kam al-Asch'ath ibn Qays mit achtzig Reitern von den Banu Kinda* zu Muhammad in die Moschee. Sie hatten vorher ihr Haar gekämmt, ihre Augenlider mit Kohle gefärbt und trugen Mäntel aus gestreiftem Stoff, der mit Seide umsäumt war. Muhammad fragte: “Seid ihr nicht Moslems?” Sie antworteten: “Freilich!” Da sagte Muhammad: “Was bedeutet denn die Seide** an eurem Halse?” Da rissen sie sie ab und warfen sie weg. Dann sagte al-Asch'ath: “O Gesandter Allahs, wir sind Söhne des Aqil al-Murar wie du auch.” Muhammad lächelte und sagte: “Ihr schreibt diese Abstammung 'Abbas ibn Abd al-Muttalib und al-Harith Rabi'a zu, die, wenn sie als Kaufleute unter den Beduinen umherreisten und gefragt wurden, wo sie herstammten, großtuerisch sagten: ,Wir sind Söhne des Aqil al-Murar,’ weil die Banu Kinda Fürsten waren.” Dann sagte er: “Nicht so, wir sind Söhne des Nadr ibn Kinana. Wir verleugnen unsere Mutter nicht und geben unseren Vater nicht preis.” Da sagte al-Asch'ath: “Seid ihr zu Ende, ihr Banu Kinda? Bei Allah, wenn ich höre, daß jemand dies nochmals sagt, so versetze ich ihm achtzig Peitschenhiebe.”***

* Diese Banu Kinda lebten wohl im Raum Dumat al-Djandal, ca. 590 km nördlich von Medina.
** Seidene Gewänder sowie Schmuck aus Gold und Silber sind nach der Tradition bei Männern unerwünscht und verpönt.
*** Feinde des Islam müssen, wenn sie den Namen Muhammads verunglimpfen, mit der Auspeitschung rechnen, bei der ihr Rücken zu einer breiigen Masse zerfetzt wird. Für alle, die den Islam bekämpfen, gilt das Wort Muhammads: “Wahrlich, die Strafe, die für diejenigen bestimmt ist, die Allah und seinen Gesandten bekämpfen und in der weiten Welt Unruhe anrichten, besteht darin, daß sie getötet oder gekreuzigt werden, daß ihnen ihre Hände und Füße wechselseitig abgehackt oder daß sie von der Erde vertilgt werden. Das ist ihre Strafe in dieser Welt und eine unendliche Qual in der Ewigkeit” (Sure al-Ma’ida 5,33).
Jesus aber betete für alle, die ihn kreuzigten: “Vater, vergib ihnen; denn sie wissen nicht, was sie tun” (Lukas 23,34).

10.03.11 -- Die Ankunft des Surad ibn Abd Allah al-Azdi*

Dann kam Surad ibn Abd Allah al-Azdi mit weiteren Leuten seines Stammes zu Muhammad und wurde ein guter Moslem.** Muhammad setzte ihn über die Gläubigen seines Stammes und befahl ihm, die benachbarten ungläubigen Stämme Jemens zu bekämpfen. Surad zog auf Befehl Muhammads aus, und belagerte Djurasch***. Djurasch war zu jener Zeit eine befestigte Stadt, in der niedere Stämme von Jemen wohnten, und wohin sich auch die Khath'am flüchteten, als sie von der Ankunft der Moslems hörten. Surad belagerte die Stadt nahezu einen Monat lang. Dann zog er ab nach dem Berge Schakr. Da die Bewohner der Stadt glaubten, er sei auf der Flucht, setzten sie ihm nach. Als sie ihn aber eingeholt hatten, wandte er sich um und tötete viele von ihnen.

* Dieser Mann gehörte zu dem Stamm der Banu Azd Schanu'a, die in einem Gebiet am Roten Meer 260 bis 430 km südlich von Mekka lebten, zwischen Mekka und dem Jemen.
** Ein guter Moslem ist, wer “für den Islam mit der Waffe in der Hand und mit aller List kämpft,” um die Feinde Allahs zu vernichten.
*** "Djurasch" liegt ca. 490 km südlich von Mekka nahe der Karawanenstraße in den Jemen.

Die Bewohner von Djurasch hatten schon früher zwei Männer zu Muhammad geschickt. Sie sollten sich umsehen und ihn um Gnade anflehen. Während sie eines Abends nach dem Nachmittagsgebet bei ihm saßen, fragte Muhammad sie: “In welchem Lande Allahs liegt Schakr?” Da erhoben sich die beiden Männer von Djurasch und sagten: “In unserem Land befindet sich ein Berg, den man ,Kaschr’ nennt.” (So nannten ihn die Leute von Djurasch.) Muhammad entgegnete: “Er heißt nicht ,Kaschr’ sondern ,Schakr’.* Sie fragten dann: “Und was ist mit diesem Berg?” Muhammad antwortete: “Die Opferkamele Allahs** werden jetzt dort geschlachtet.” Die beiden Männer setzten sich dann zu Abu Bakr bzw. zu Uthman. Da sagte er: “Wehe euch! Muhammad verkündet euch den Tod eurer Stammesgenossen. Macht euch auf und bittet ihn, er möge zu Allah beten, daß er ablasse von eurem Stamm!” Sie gingen und baten Muhammad darum, und er sprach: “Allah! Laß ab von ihnen!” Hierauf kehrten sie in ihre Heimat zurück und fanden, daß ihre Leute am selben Tage und zur selben Stunde, die ihnen Muhammad angegeben hatte, von Surad geschlagen worden waren. Da begaben sich Abgeordnete von Djurasch zu Muhammad und bekehrten sich zum Islam. Muhammad ließ um ihren Ort herum die Grundstücke mit bestimmten Zeichen für Pferde, Kamele und Kühe zum Pflügen abstecken. Ein Fremder, der dennoch sein Vieh auf diesen Grundstücken weiden ließ, sollte seine Habe einbüßen.

* Konsonantenwechsel ohne Sinnänderung ist in der arabischen Sprache eine durchaus übliche Erscheinung.
** Die Gegner des Islam werden hier als Opferkamele Allahs rein bezeichnet, die geschächtet (mit Halsschnitt getötet) werden. Jesus aber war das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt wegtrug. Der Islam kennt kein stellvertretendes Sühnopfer. Allerdings werden Moslems, die im Heiligen Krieg fallen, als eine Art “Opfer” bezeichnet, mit der sie sich ihre Rechtfertigung erkämpfen (siehe Sure al-Baqara 2,207).

10.03.12 -- Die Ankunft des Gesandten der Fürsten von Himyar*

Nach Muhammads Rückkehr von Tabuk brachte ein Gesandter ein Schreiben der Fürsten von Himyar. Es enthielt die Nachricht von der Bekehrung der Fürsten al-Harith ibn Abd Kulal, Nua'im ibn Abd Kulal, Nu'man, der Dhu Ru'ain genannt wird, Ma'afir und Hamdan. Der Gesandte hieß Malik ibn Murra al-Rahawi. Er war von den Zur'a Dhu Yazan mit der Nachricht geschickt worden, daß sie den Islam angenommen und sich vom Götzendienst und seinen Bekennern losgesagt hätten. Muhammad sandte ihnen folgendes Schreiben:

“Im Namen Allahs, des Gnädigen, des Barmherzigen. Von Muhammad, dem Gesandten Allahs, dem Propheten, an Harith ibn Abd Kulal, Nua'im ibn Abd Kulal, Nu'man Dhu Ru'ain, Ma'afir und Hamdan. Ich preise Allah, den Einzigen, vor euch. Dann bestätige ich, daß euer Gesandter nach unserer Rückkehr aus dem Gebiet Ostroms (Byzanz) zu uns nach Medina gekommen ist und eure Botschaft zu uns gelangen ließ. Er hat uns von eurer Situation berichtet und uns mitgeteilt, daß ihr Moslems geworden seid und die Ungläubigen bekämpfen wollt.** Allah hat euch seine Leitung geschenkt, wenn ihr fromm seid, Allah und seinem Gesandten folgt, das Gebet verrichtet, Almosen gebt und von der Beute ein Fünftel Allah zur Verfügung stellt, sowie das, was seinem Gesandten gebührt. Gebt auch, was in bezug auf die Religionssteuer vorgeschrieben ist! Von Gütern, die durch Quellen oder Regen getränkt werden, ist ein Zehntel und von solchen, die durch Eimer getränkt werden, die Hälfte zu entrichten. Von vierzig Kamelen ein junges Weibchen, das ins dritte Jahr geht, von dreißig ein junges Männchen, von fünf ein Schaf, von zehn zwei Schafe. Von vierzig Rindern eine Kuh, von dreißig ein Kalb. Von vierzig Schafen eins, das bereits allein weidet. Diese Steuer ist von Allah für die Gläubigen vorgeschrieben. Wer mehr Gutes tut, tut es zu seinem eigenen Besten. Wer aber auch nur dieses entrichtet, sich zum Islam bekennt und den Gläubigen gegen die Götzendiener beisteht, der gehört zu den Gläubigen und teilt mit ihnen Vorteile und Lasten. Allah und sein Gesandter schützen ihn.

* Die Banu Himyar lebten im Jemen, mehr als 1000 km südlich von Mekka am indischen Ozean.
** ”Moslem werden und für den Islam mit der Waffe kämpfen” gehört zusammen. Beute machen bleibt “die” Triebkraft im Islam, und die Religionssteuer wird als unerläßliche Pflicht jedem Moslem eingeschärft.

Juden und Christen, die den Islam annehmen, teilen auch mit den andern Gläubigen Vorteile und Lasten. Die, welche bei ihrem Glauben verharren, sollen nicht abtrünnig gemacht werden.* Sie müssen jedoch die Kopfsteuer bezahlen, nämlich jeder Erwachsene, weiblichen oder männlichen Geschlechts, sei er frei oder Sklave, einen vollwichtigen Dinar nach dem Werte der Ma'afir, oder einen Stoff von gleichem Wert. Wer dies dem Gesandten Allahs entrichtet, erhält den Schutz Allahs und seines Gesandten. Wer es verweigert, ist ein Feind Allahs und seines Gesandten.

* Juden und Christen müssen nach dem Qur’an und der Schari’a nicht unbedingt Moslems werden. Sie haben das Recht als Bürger zweiter Klasse im Raum des Islam zu leben, solange sie die Kopfsteuer (Djizya) bezahlen, die von der Religionssteuer der Moslems (Zakat) zu unterscheiden ist.

Sodann schickt Muhammad, der Prophet, der Gesandte Allahs, Gesandte an die Zur'a Dhu Yazan, nämlich Mu'adh ibn Djabal, Abd Allah ibn Zaid, Malik ibn Ubada, Uqba ibn Namir, Malik ibn Murra und ihre Begleiter. Sammelt die Religions- und Kopfsteuer aus euren Bezirken und übergebt sie meinem Gesandten, deren Vorgesetzter Mu'adh ibn Djabal ist, damit sie zufrieden heimkehren!

Sodann bekennt, daß es keinen Gott gibt außer Allah und daß Muhammad sein Gesandter und sein Sklave ist!

Malik ibn Murra al-Rahawi hat mir berichtet, du seist als erster von den Himyar Moslem geworden und habest die Götzendiener bekämpft. Empfange gute Botschaft dafür! Behandle die Himyar gut; übt keinen Betrug und Verrat! Der Gesandte Allahs ist der Vormund der Armen unter euch, wie auch der Reichen. Die Religionssteuer ist sowohl für Muhammad als auch für seine Familie unantastbar. Sie dient zur Reinigung der Seelen der Geber* und wird als Almosen für die armen Gläubigen und mittellose Reisende verwandt. Malik hat mir alles berichtet, und das Geheimnis bewahrt. Ich empfehle ihn euch. Ich schicke euch die besten Leute, die Gläubigsten und Gelehrtesten. Behandelt sie gut, wie es erwartet wird. Der Friede sei mit euch und Allahs Barmherzigkeit!”**

* Opfer und Religionssteuer dienen der Rechtfertigung der Geber.
** Der Friede im Islam ist ein Friede, der auf das Schwert aufgebaut ist. Dies ist kein geistlicher Friede, der “höher ist als alle Vernunft” (Philipper 4,7). Der Friede im Islam wird durch Unterwerfung hergestellt. Deshalb heißt der Gruß des Moslems: “Der Friede liegt auf euch.” Der Friede Christi indessen ist anderer Natur. Er wird angeboten und kann abgelehnt werden. Er wird nicht übergestülpt. Der Mensch wird seiner Verantwortlichkeit nicht beraubt. Christus sagte nach seiner Auferstehung zu seinen Jüngern: “Friede sei mit euch!” Deshalb sagen arabische Christen: “Salam lakum” (‘Friede gehört euch’). An dem Ausdruck: “Salam 'aleikum” (‘Friede liegt auf euch’) erkennt man den Moslem.

10.03.13 -- Die Sendung Mu'adh' nach dem Jemen

Abd Allah ibn Abi Bakr hat mir berichtet, ihm sei erzählt worden, als Muhammad Mu'adh absandte, habe er ihm allerlei Ermahnungen mit auf den Weg gegeben. Schließlich habe er gesagt: “Mache es leicht, nicht schwer. Verkündige ihnen Gutes, und stoße sie nicht ab! Du wirst zu Männern der Schrift kommen, die dich fragen werden: ,Was ist der Schlüssel des Paradieses?’* Antworte ihnen: ‘Das Bekenntnis, daß Allah einzig ist und keinen Genossen hat.’” Mu'adh reiste dann nach dem Jemen ab und handelte nach den Befehlen Muhammads.

* Die Ablehnung des Sohnes Gottes und des Heiligen Geistes gilt im Islam als Schlüssel zum Paradies. In Wirklichkeit schließt sich der Moslem mit der Verwerfung des Dreieinigen Gottes aus dem Paradies aus. Moslems verstocken sich selbst gegen das Heil in Christus.

Einst kam im Jemen eine Frau zu ihm und sagte: “O Gefährte des Gesandten Allahs! Welche Rechte hat der Mann gegen seine Frau geltend zu machen?” Mu'adh antwortete: “Wehe dir! Die Frau kann gar nicht allen Obliegenheiten gegen ihren Mann nachkommen. Befleißige dich daher, soviel zu leisten, wie du nur kannst.” Da entgegnete sie: “Wenn du ein Gefährte des Gesandten Allahs bist, mußt du doch wissen, welche Rechte der Gatte ansprechen kann.”* Mu'adh erwiderte: “Wehe dir, wenn du zu deinem Gatten gehst und merkst, daß ihm aus der Nase Eiter und Blut fließt, und du saugst es aus, damit es aufhört, so hast du noch immer nicht alles getan, was du ihm schuldig bist.”

* Die Rechtsstellung des Moslems seinen Frauen gegenüber ist im Islam umfassend. Er ist ihnen übergeordnet und hat das Recht sie körperlich zu züchtigen, sobald er den Eindruck hat, daß sie gegen ihn aufbegehren. Seine Ehefrauen dagegen haben die uneingeschränkte Pflicht, ihm zu dienen.
Paulus erklärt das Geheimnis einer glücklichen Ehe mit der Liebe und Demut Christi. So wie ein Christ Jesus freiwillig untertan ist, soll eine Frau ihrem Mann untertan sein. Und so wie Christus die Gemeinde liebt und sich für sie geopfert hat, so soll der Mann seine Frau lieben und sich für seine Familie aufopfern.
In einer christlichen Ehe herrscht nicht Macht und Gewalt, sondern der Geist der Liebe, des Dienens und der gegenseitigen Unterordnung. Wo ein Mann in der Ehe Gewalt gegen seine Frau einsetzt, handelt er gegen den Geist Jesu (Epheser 5,21-33).

10.03.14 -- Bekehrung des Statthalters von Mu'an*

Farwa ibn Amr ibn al-Nafira sandte einen Boten zu Muhammad, benachrichtigte ihn von seiner Bekehrung und schenkte ihm ein weißes Maultier. Farwa war der römische Statthalter von Mu'an und den arabischen Bezirken Syriens. Als die Römer von seiner Bekehrung hörten, ließen sie ihn festnehmen und warfen ihn in den Kerker. Als sie sich dann bei dem Wasser Afra in Palästina vereinigt hatten, um ihn zu kreuzigen, dichtete Farwa:

Ist wohl Salma Kunde geworden, daß ihr Geliebter
am Wasser Afra auf einem weiblichen Reittier sitzt,
dessen Mutter von keinem Männchen berührt worden ist,
dessen Seiten mit der Sichel abgehauen worden sind?

* "Mu'an" liegt im südlichen Teil des heutigen Jordanien, ca. 760 km nordwestlich von Medina.

Nach Zuhri dichtete er, als man ihn vorführte, um ihn zu enthaupten und zu kreuzigen:

Verkünde den Häuptern der Gläubigen,
daß ich mich dem Herrn ergebe,
meine Gebeine und mein ganzes Dasein.*

* Falls diese Nachricht stimmt, ist der arabische Distriktsverwalter von den Byzantinern als Spion Muhammads entlarvt und hingerichtet worden. Die Feindschaft zwischen dem Islam und den Christen wuchs. Da war kein Raum mehr für einen Dialog. Die Moslems waren auf Eroberung und Sieg eingestellt.

10.03.15 -- Die Bekehrung der christlichen Banu al-Harith ibn Ka'b (Juli bis September 631 n.Chr.)

Im Monat Rabi'a al-Akhir (4. Monat) oder Djumada al-Ula (5. Monat) sandte Muhammad Khalid ibn Walid zu den Banu al-Harith ibn Ka'b nach Nadjran* und befahl ihm, sie drei Tage lang zum Islam aufzurufen. Erst wenn sie ihm kein Gehör schenkten, solle er sie bekriegen. Als Khalid zu ihnen kam, sandte er seine Reiter nach allen Seiten aus, um sie zum Islam aufzurufen. Sie riefen: “O ihr Leute, bekehrt euch, dann bleibt ihr verschont!”** Die Leute folgten dem Ruf und bekehrten sich. Khalid blieb bei ihnen, um sie den Islam, das Buch Allahs und die Gebräuche des Propheten zu lehren, wie ihm Muhammad für den Fall befohlen hatte, daß sie sich bekehren und keinen Krieg führen würden. Khalid schrieb dann an Muhammad: “Im Namen Allahs, des Gnädigen, des Barmherzigen. An Muhammad, den Propheten und Gesandten Allahs, von Khalid ibn Walid. Friede sei über dir, Gesandter Allahs! Allahs Barmherzigkeit und Segen sei über dir! Ich preise dich, Allah, den Einzigen. Sodann, o Gesandter Allahs, dem Allah gnädig sei, du hast mich zu den Banu al-Harith geschickt und mir befohlen, sie drei Tage lang nicht zu bekriegen, sondern sie zum Islam aufzurufen, und sie als Gläubige anzusehen, wenn sie dem Rufe folgen, und sie in den Lehren des Islam, im Buch Allahs und den Gebräuchen seines Propheten zu unterrichten, sie aber zu bekriegen, wenn sie den Islam nicht annehmen. Ich habe sie nun, nach dem Befehl des Gesandten Allahs, drei Tage lang zum Islam aufgerufen und habe Reiter ausgeschickt, welche riefen: ,O ihr Banu al-Harith! Nehmt den Islam an, dann seid ihr verschont!’ Sie haben sich bekehrt und keinen Krieg geführt. Ich bleibe nun bei ihnen und lehre sie, was Allah geboten und verboten hat, und unterrichte sie in den Gesetzen des Islam und den Gebräuchen seines Propheten, bis der Gesandte Allahs mir schreiben wird. Friede sei mit dir, Gesandter Allahs! Allahs Barmherzigkeit und Segen sei über dir!”

* "Nadjran", das Siedlungsgebiet der christlichen Banu al-Harith ibn Ka'b liegt ca. 640 km südöstlich von Mekka und grenzt an den nördlichen Teil des Jemen an.
** Bekehrungen auf Grund von Drohung und Gewalt zur Annahme des Islam als Existenzsicherung wurden in zunehmendem Maße die Prinzipien bei der Ausbreitung des Islam.

Muhammad antwortete und schrieb ihm: “Im Namen Allahs, des Gnädigen, des Barmherzigen. Von Muhammad, dem Propheten und Gesandten Allahs an Khalid ibn Walid. Friede sei über dir! Ich preise Allah, den Einzigen, für dich. Dein Brief ist durch deine Boten zu mir gelangt, in welchem du mir meldest, daß die Banu al-Harith sich bekehrt haben, ehe du sie bekriegt hast, daß sie dem Ruf zum Islam gefolgt sind und bekennen, daß es keinen Gott gibt außer Allah und daß Muhammad sein Diener und Gesandter ist und daß Allah sie geleitet hat. Verkündige ihnen Frieden, ermahne sie und kehre mit Abgeordneten von ihnen zurück! Friede sei mit dir und Allahs Segen und Barmherzigkeit!”

Khalid kehrte dann zu Muhammad zurück. Bei ihm waren als Abgeordnete der Banu al-Harith: Qays ibn al-Husain Dhu al-Ghusa, Jazid ibn Abd al-Madan, Jazid ibn al-Muhadjdjal, Abd Allah ibn Qurad al-Ziyadi, Schaddad ibn Abd Allah al-Qanani und Amr ibn Abd Allah al-Dibabi. Als Muhammad sie kommen sah, fragte er: “Wer sind diese Leute, die wie Inder aussehen?”* Man antwortete ihm: “Es sind die Banu al-Harith ibn Ka'b.” Als sie vor Muhammad standen, grüßten sie ihn und sagten: “Wir bekennen, daß du ein Gesandter Allahs bist und daß es keinen Gott gibt außer Allah.” Muhammad erwiderte: “Und ich bekenne, daß es keinen Gott gibt außer Allah und daß ich ein Gesandter Allahs bin.” Muhammad fragte dann: “Seid ihr diejenigen, die, sooft sie zurückgeworfen werden, doch immer wieder vorwärts dringen?” Die Leute schwiegen und keiner antwortete. Auch als er diese Frage zweimal wiederholte, antwortete niemand. Erst, als er zum vierten Mal fragte, sagte Jazid ibn Abd al-Madan: “Ja, Gesandter Allahs, wir sind diejenigen, die, wenn sie zurückgeschlagen werden, wieder vorwärts schreiten.” Er wiederholte dies vier- mal. Muhammad sagte: “Wenn mir Khalid nicht geschrieben hätte, ihr wäret ohne Krieg zum Islam übergetreten, so hätte ich euch eure Häupter vor die Füße geworfen.” Da sagte Jazid: “Aber bei Allah, wir haben dies weder dir noch Khalid zu verdanken.” Muhammad fragte: “Wem habt ihr es dann zu verdanken?” Jazid antwortete: “Wir preisen Allah, der uns durch dich, Gesandter Allahs, geleitet hat.” Muhammad sagte: “Ihr habt wahr gesprochen!” Dann fragte er sie: “Womit habt ihr im Heidentum die besiegt, die euch bekriegt haben?” Sie antworteten: “Wir besiegten sie durch unsre Einigkeit. Wir spalteten uns nie und keiner von uns beging je eine Gewalttat.” Muhammad sagte: “Ihr habt wahr gesprochen!” Er ernannte dann Qays ibn al-Husain zum Vorgesetzten der Banu al-Harith, und ihre Abgeordneten kehrten Ende Schawwal (10. Monat) oder Anfang Dhu al-Qa'da (11. Monat, d.h. Februar 632 n.Chr.) wieder zu den Ihrigen zurück. Nicht ganz vier Monate später starb Muhammad. Allah sei ihm gnädig und segne ihn!

* Die Südost-Küste der Arabischen Halbinsel liegt näher bei Indien als am Mittelmeer. Die indische Kultur hat sich dort mit der semitischen vermischt.

10.03.16 -- Wie Muhammad Amr ibn Hazm zu ihnen sandte

Nach der Abreise der Abgeordneten sandte Muhammad Amr ibn Hazm zu den Banu al-Harith, um sie in den Gesetzen, Gebräuchen und Lehren des Islam zu unterrichten und die Religionssteuer in Empfang zu nehmen. Er gab ihm auch folgendes Schreiben mit, das seine Bedingungen und Befehle enthielt:

“Im Namen Allahs, des Gnädigen, des Barmherzigen. Dies ist eine klare Unterweisung von Allah und seinem Gesandten.* O ihr, die ihr glaubt, erfüllt die Verträge! Dies ist eine Vorschrift von Muhammad, dem Propheten und Gesandten Allahs, an Amr ibn Hazm, als er ihn nach Jemen schickte. Er befiehlt ihm, in allem Allah zu fürchten, denn Allah ist mit denen, die ihn fürchten und die Gutes tun. Er befiehlt ihm, sich recht zu verhalten, wie es Allah befiehlt. Er soll den Leuten Gutes verkünden und ihnen das Gute einschärfen. Er soll die Leute den Qur’an lehren und dessen Gesetze erläutern und sie davon abhalten, den Qur’an zu berühren, wenn sie nicht rein sind. Er soll ihnen erklären, was sie zu erwarten und zu leisten haben. Er soll sie sanft behandeln, wenn sie im Recht sind und mit Strenge, wenn sie Unrecht begehen, denn Allah verabscheut Unrecht und verbietet es, indem es heißt: ,... Allahs Fluch komme über die Übeltäter!’ (Sure Hud 11,18). Er soll den Leuten das Paradies und seine Zeichen verkünden und mit der Hölle und ihren Wirkungen drohen und sich die Leute vornehmen, bis sie im Glauben unterrichtet sind und die Vorschriften und Gebräuche der Pilgerfahrt kennen, der großen und der kleinen Wallfahrt. Er verbiete den Leuten, zum Gebet das Gewand eines Kleineren anzuziehen, wenn sie nicht die beiden Enden um die Schultern umschlagen können. Auch soll niemand das Gewand eines anderen anziehen, das seine Scham nicht bedeckt. Ferner verbiete er den Männern, die Haare in Flechten in den Nacken hängen zu lassen, sowie auch bei einem Tumult ihren Stamm oder Geschlecht zu Hilfe zu rufen. Sie sollen den einzigen Gott anrufen, der keinen Genossen hat. Wer seinen Stamm oder sein Geschlecht zu Hilfe ruft, der soll mit dem Schwert heimgesucht werden, bis er Allah anruft.

[-''* Wer diesen Brief Muhammads aufmerksam liest, findet darin Vertragsverpflichtungen, Befehle, Gesetze und Anordnungen, welche die Moslems erfüllen müssen. So gut wie nichts aber steht darin von dem, was Allah für sie tut.

Der Islam bleibt mit seiner Werkgerechtigkeit auf der Stufe einer Gesetzesreligion stehen. Er ist keine Gnaden- und Erlösungsreligion, bei der Gott alles getan hat und von den Nachfolgern Christi lediglich die Glaubensannahme und den freiwilligen Gehorsam aus Dank erwartet.
Wenn alle Übeltäter, die unter dem Fluch Allahs stehen, vernichtet würden – wer könnte dann noch gerettet werden? Vor Gott ist kein Mensch gerecht; wir alle sind Übertreter des Gesetzes. Deshalb ist Jesus gekommen, um zu suchen und zu retten, was verloren ist (Lukas 19,10). Er schuf mit seinem stellvertretenden Sühnetod die Gerechtigkeit aus Gnaden für alle Sünder, die vor Gott allein gilt.''-]

Er gebiete auch den Leuten, sich vor dem Gebet vollkommen zu waschen, das Gesicht, die Hände bis zu den Ellbogen und die Füße bis an die Knöchel. Auch ihren Kopf sollen sie berühren, wie es Allah angeordnet hat. Sie sollen das Gebet zur bestimmten Zeit verrichten und sich ganz niederwerfen und demütigen, und zwar: Wenn der Morgen anbricht; wenn die Sonne des Mittags sich gegen Westen zu neigen anfängt; des Nachmittags, wenn die Sonne rückwärts geht; des Abends, wenn die Nacht anbricht, ehe noch Sterne am Himmel sichtbar sind und im ersten Teil der Nacht.* Auch soll man zum Freitagsgebet gehen, wenn es ausgerufen wird und sich vorher waschen. Ferner befiehlt ihm Muhammad, den fünften Teil von der Beute für Allah zu nehmen, sowie die Steuern, ein Zehntel von den Gütern, die durch Quellen getränkt werden oder durch Regenwasser und die Hälfte von solchen, zu denen das Wasser getragen werden muß; von zehn Kamelen zwei Schafe, von zwanzig vier, von vierzig Rindern eine Kuh, von dreißig ein Kalb, von vierzig weidenden Schafen ein Schaf. Das ist die Vorschrift Allahs betreffs der Religionssteuer der Gläubigen. Wer mehr Gutes tut, tut es zu seinem Besten.

* Die fünf Gebetszeiten waren schon in der Frühzeit des Islam als Gesetzespflicht bekannt. Diese Gebete erlauben kein persönliches Reden des Moslem mit Gott, sondern enthalten eine schlichte Liturgie, die so einfach ist, daß sie auch von Analphabeten rezitiert und praktiziert werden kann. Die meisten Worte dabei dienen der Anbetung und Verherrlichung Allahs. Wenn Christen nicht umdenken, intensiver und bewußter den Vater, Sohn und Heiligen Geist anbeten und alle ihre Fragen und Sorgen offen mit ihm bereden, werden sie nicht die Kraft besitzen, den Islam zu überwinden.

Juden und Christen, die sich freiwillig in reiner Absicht zum Islam bekehren und im Glauben des Islam wandeln, werden wie Gläubige in allen Vorteilen und Obliegenheiten behandelt. Wer beim Judentum und Christentum bleibt, soll nicht abtrünnig gemacht werden. Nur entrichte jeder Erwachsene, sei er frei oder Sklave, Mann oder Frau, einen vollen Dinar oder dessen Wert in Stoffen.* Wer diese Steuer entrichtet, genießt den Schutz Allahs und seines Gesandten. Wer sie verweigert, ist ein Feind Allahs, seines Gesandten und aller Gläubigen. Allahs Erbarmen sei über Muhammad! Friede, Barmherzigkeit und Segen komme über ihn!”

* Ein Dinar entsprach damals einer hohen Summe, die jährlich für jeden Christen und für jeden Juden bezahlt werden mußte. Der Preis wurde im Laufe der Zeit immer höhergeschraubt, so daß die Christen und Juden verarmten und die Moslems reich wurden.

10.03.17 -- Die Ankunft der Abgeordneten von Hamdan*

Unter den Abgeordneten von Hamdan, die zu Muhammad kamen, waren Malik ibn Namat, Abu Thaur, Malik ibn Aifa', Dimam ibn Malik al-Salmani und 'Amira ibn Malik al-Khaarifiy. Sie kamen zu Muhammad, als er von Tabuk zurückkehrte. Sie trugen kurze, gestreifte Kleider und Turbane aus Aden und hatten Sättel aus Maisstroh auf ihren Kamelen von Mahra und Arhab (zwei Stämme aus dem Jemen). Malik ibn Namat rezitierte:

Hamdan ist das beste Volk, und seine Fürsten
suchen in der Welt ihresgleichen.
Sein Wohnsitz ist ein fester Berg
und von ihm sind Helden hervorgegangen.
Dort thronen seine Fürsten,
dort finden sie die besten Lebensgenüsse.

[* Der Stamm der Banu Hamdan lebte im östlichen Teil des Jemen an der Grenze zur Wüste Rub' al-Khali, ca. 850 km südöstlich von Mekka.-]

Dann erhob sich Malik ibn Namat und sagte: “O Gesandter Allahs! Die Häupter der ansässigen und umherwandernden Hamdan kommen zu dir auf jungen, schnellen Kamelen, um die Bande des Islam zu ergreifen, damit sie in bezug auf Allah kein Tadel treffe. Sie kommen aus den Bezirken Kharif*, Yam und Schakir (zwei weitere jemenitische Stämme) und sind Männer der Herrschaft und der Führung. Sie haben dem Ruf des Gesandten Allahs Folge geleistet und ihre Götter und Heiligtümer aufgegeben. Sie brechen ihr Wort nicht, solange (der Berg) La'la steht und das Reh auf sanfter Erde läuft.”

* Die Gegend um das heutige San'aa', der Hauptstadt des Jemen.

Muhammad übergab ihnen folgendes Schreiben:* “Im Namen Allahs, des barmherzigen Erbarmers. Dies ist ein Schreiben von Muhammad, dem Gesandten Allahs, an die Bewohner des Gebiets von Kharif und die Stämme, die am Berg Hadb und bei dem Sandhügel lagern, durch ihren Abgeordneten Dhu al-Misch'aar Maalik ibn Namat. Es gilt ebenfalls für seine Stammesgenossen, die mit ihm zum Islam übergetreten sind. Sie sollen im Besitz ihrer Höhen und Niederungen bleiben, solange sie das Gebet verrichten und Almosen geben. Sie sollen ihr Futter genießen und ihr Vieh auf die Weideplätze führen. Sie haben dafür das Versprechen Allahs und den Schutz seines Gesandten. Zeugen sind die Ausgewanderten und die Hilfsgenossen.”

* Diese Briefe waren Schutzbriefe, Verträge und Vereinbarungen, die zwischen Muhammad und den einzelnen arabischen Stämmen abgeschlossen wurden. Sie galten nur so lange, wie Muhammad lebte. Später wurden sie aufgehoben oder durch neue ersetzt.

10.03.18 -- Von den Lügnern Musaylima al-Hanafi aus Yamama (Bahrain) und al-Aswad al-'Ansi aus San'a' (Jemen)

Zur Zeit Muhammads hatten die zwei Lügner Musaylima ibn Habib vor den Banu Hanifa in Yamama und al-Aswad ibn Ka'b al-'Ansi in San'a' Reden gehalten. Zuverlässig ist überliefert, Muhammad habe einst über diese Männer auf der Kanzel gesagt: “O ihr Leute! Ich habe die Nacht der Vorherbestimmung gesehen und wieder vergessen. Dann sah ich an meinem Arme zwei goldene Ringe, aber sie mißfielen mir. Ich blies sie an und sie flogen weg, und ich deutete sie auf die beiden Lügner von Jemen und Yamama.” Muhammad setzte hinzu: “Die Auferstehungsstunde wird nicht kommen, ehe dreißig falsche Antichristen* auftreten, die sich als Propheten ausgeben.”

* Es ist interessant, daß Muhammad die Person des Antichristen aus dem Evangelium übernommen und umgedeutet hat. Er warnte seine Anhänger vor dreißig falschen Messiassen und antiislamischen Propheten im voraus (Matthäus 24,5; 1. Johannes 2,18 u. 22-23; 4,1-3).

10.03.19 -- Die Sendung der Emire und Bevollmächtigten für den Einzug der Religionssteuer

Muhammad schickte Emire und Statthalter aus, um in allen Gebieten der Arabischen Halbinsel, die dem Islam unterworfen worden waren, die Religionssteuer einzufordern. Er sandte Muhadjir ibn Abi Umaiyya nach San'a', doch al-'Ansi, der dort war, empörte sich gegen ihn. Ferner sandte er Zijad ibn Labid, den Hilfsgenossen, nach Hadramawt, um die Steuer einzutreiben. 'Adi ibn Hatim setzte er über Tayyi' und über die Banu Asad, Malik ibn Nuwaira über die Banu Handhala. Um die Steuer bei den Banu Sa'd zu erheben, beauftragte er zwei Männer aus deren Mitte. Über den einen Teil setzte er Zibriqan ibn Badr und über den anderen Qays ibn Asim. Ala ibn al-Hadrami sandte er nach Bahrain und Ali nach Nadjran, um dort die Religionssteuer einzutreiben und ihm die Kopfsteuer zu bringen.*

* Die Steuereinziehung in einem Raum so groß wie das Gebiet zwischen Madrid und Warschau war nur möglich durch eine Organisation, die weitgehend auf dem Vertrauen in die Bevollmächtigten aufgebaut war.

10.03.20 -- Das Schreiben Musaylimas*

Musaylima ibn Habib schrieb an Muhammad: “Von Musaylima, dem Gesandten Allahs, an Muhammad, den Gesandten Allahs. Friede sei über dir! Sodann wisse, daß ich dein Genosse bin in der Herrschaft. Die eine Hälfte der Erde gehört uns und die andere Hälfte den Quraisch; aber jene sind Übeltäter.” Zwei Boten überbrachten Muhammad dieses Schreiben. Als Muhammad den Brief gelesen hatte, fragte er die Boten: “Und was ist eure Meinung?” Sie antworteten: “Wir sprechen wie er.” Da sagte Muhammad: “Wenn Gesandte nicht unantastbar wären, so würde ich euch enthaupten!” Er schrieb dann an Musaylima: “Im Namen Allahs, des barmherzigen Erbarmers. Von Muhammad, dem Gesandten Allahs an Musaylima, den Lügner. Friede sei über dem, der der Leitung folgt. Sodann, die Erde gehört allein Allah! Er gibt sie als Erbteil demjenigen seiner Diener, der ihm beliebt.** Den Gottesfürchtigen gebührt ein guter Ausgang.” Dies war am Ende des zehnten Jahres nach der Auswanderung.

* Musaylima gehört zu den Banu Hanifa, die in der Yamama bei Bahrain, ca. 1100 km östlich von Medina lebten.
** Hier dürfte Muhammad sich selbst gemeint haben. Aber nicht ihm, sondern Jesus Christus hat Gott die Welt gegeben (Siehe Psalm 2 und 110; Matthäus 28,18; Johannes 17,2 und Hebräer 1,1-14). Ihm ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Welch eine Anmaßung Muhammads! Er verstand seinen Islam in zunehmendem Maße als ein alles umfassende Weltreich.

10.04 -- TEST

Lieber Leser,
wenn Sie dieses Heft aufmerksam studiert haben, können Sie die folgenden Fragen leicht beantworten. Wer 90 Prozent der Fragen in den elf Heften dieser Reihe richtig beantwortet, kann von unserem Zentrum ein Zeugnis bekommen über:

Fortgeschrittene Studien
zum Leben Muhammads aus der Sicht des Evangeliums

als eine Ermutigung für seine zukünftigen Dienste für Christus.

  1. Warum hat Muhammad sein wahres Ziel genannt, als er die Vorbereitungen zum Feldzug nach Tabuk befahl?
  2. Warum hat Muhammad auf seinem Rückmarsch von Tabuk eine Moschee zerstören lassen?
  3. Wie hat Muhammad Muslime gezüchtigt, die in Medina zurückgeblieben waren, und nicht mit in den Kampf gezogen sind?
  4. Wie und warum wurde der Götze in Ta'if zerstört?
  5. Zu welchem Zweck hat Muhammad die Galgenfrist der vier heiligen Monate eingeräumt? Welche Befehle Allahs mußten die Muslime nach verstreichen dieser vier Monate in die Tat umsetzen?
  6. Was war der Dichterstreit?
  7. Wie ist der Christ Djarud zum Islam übergetreten?
  8. Aus welchen Teilen Arabiens hat Muhammad Deputationen empfangen?
  9. Warum hat sich der christliche Stamm der Banu al-Harith zum Islam bekehrt?
  10. Mit welchem Anspruch sind Musaylima bei Bahrain und al-Aswad im Jemen aufgetreten? Wie hat Muhammad darauf reagiert?
  11. Zu welchem Zweck hat Muhammad Emire und Bevollmächtigte an die verbündeten Stämme Arabiens geschickt?

Jeder Teilnehmer an diesem Test darf zur Beantwortung dieser Fragen jedes beliebige Buch, das ihm zur Verfügung steht, benutzen und jede ihm bekannte vertrauenswürdige Person fragen. Wir warten auf Ihre schriftlichen Antworten, inklusive Ihrer vollständigen Adresse auf Papier oder per e-mail. Wir beten für Sie zu Jesus, dem lebendigen Herrn, daß er Sie berufe, sende, leite, stärke, bewahre und mit Ihnen sei an jedem Tag Ihres Lebens!

Im Dienst Jesu verbunden
Abd al-Masih und Salam Falaki

Schicken Sie Ihre Antworten an:
GRACE AND TRUTH
Postfach 1806
70708 Fellbach
Deutschland

oder per e-mail an:
info@grace-and-truth.net

www.Grace-and-Truth.net

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