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Home -- German -- 09. Comparisons -- 4.02 Introduction To the Ten Commandments: God Reveals Himself
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09. VERGLEICHE ZWISCHEN CHRISTENHEIT UND ISLAM
Vergleiche 4 - Die Zehn Gebote

4.02 - Die Eroffnung der Zehn Gebote: Gottes Selbstoffenbarung



„Ich bin der Herr, dein Gott, der dich aus Ägyptenland, dem Sklavenhaus, herausgeführt hat.“ (2. Mose 20,2)

Die Zehn Gebote entsprechen weder einem starren Gesetzeskodex, noch stellen sie unverständliche Dogmen dar. Sie sind vielmehr ein Dialog Gottes mit dem Menschen. Der Schöpfer redet mit seinen Geschöpfen. Der Ewige neigt sich zu uns Sterblichen herab. Der Heilige wendet sich schuldigen Sündern zu.


4.02.1 - Die Person Gottes

Das erste Wort in den Zehn Geboten heißt: Ich. Der lebendige Gott spricht zu uns als Person, nicht als undefinierbarer Geist oder als ein Rauschen, das man von ferne hört. Gott äußert sich in keiner unverständlichen Sprache oder spricht zeichenhaft durch Donner und Blitz: Er steht vor uns als ein „Ich“, das einen Willen besitzt, eine deutliche Sprache spricht und ein Vertrauensverhältnis zwischen uns und sich aufbauen möchte. Sein Reden mit uns bedeutet Gnade. Seine Zuwendung ist ein Vorrecht. Der Mensch kann sich zwar von dem lebendigen Gott, der ihn anredet, abwenden und ihm zu entfliehen versuchen. Wir aber bleiben vor ihm stehen und antworten ihm auf sein Wort. Gottes „Ich“ macht uns zu seinem „Du,“ zu seinem Gesprächspartner. Der ewige Schöpfer, Besitzer und Erhalter der Welt, unser Richter und Herr, redet mit uns. Wir wollen genau hinhören und behalten, was er sagt.


4.02.2 - Die Existenz Gottes

Gott offenbart uns ein Geheimnis, wenn er sagt: „Ich bin“. Wie können Menschen jetzt noch behaupten, es gäbe keinen Gott! Ganze Weltanschauungen brechen vor diesem Selbstzeugnis Gottes zusammen. Sein „Ich bin“ ist das Fundament unseres Daseins. Gott existiert. Er ist „die“ Wirklichkeit. Alles vergeht, Gott aber bleibt. Menschen bäumen sich immer wieder gegen ihren Schöpfer auf, als wollten sie gegen einen hohen Berg anrennen. Doch sie zerbrechen innerlich und manchmal auch äußerlich sichtbar an ihm. Nicht was einzelne über Gott sagen oder denken, ist entscheidend, sondern die Tatsache, daß er existiert, ist die Wahrheit.

Schon vor 3000 Jahren, zur Zeit König Davids, haben sich Menschen gegen die Existenz Gottes aufgelehnt und behauptet, es gäbe keinen Gott (Ps. 14). Der König und Prophet nannte sie Narren und Verdorbene, weil sie die göttliche Realität ignorierten und den, der alles zusammenhält und trägt, leugneten. Sie lebten ohne eine innere Ordnung, gottlos.

Das Selbstzeugnis des lebendigen Gottes entzieht auch der Vision Buddhas jede Basis. Nicht das Nirwana mit seinen vorlaufenden Übungen der Selbstverleugnung und der Abtötung aller Begierden bis hin zur Selbstauflösung im Nichts ist das Ziel der Welt, sondern Gott selbst. Er bezeugt uns: „Ich bin.“ Sein Dasein gibt unserem Leben Sinn, Kraft und Ziel.

Das Selbstzeugnis des lebendigen Gottes versetzt auch allen Spielarten des Materialismus und Atheismus den Todesstoß. Wer den Geist leugnet und die Materie als einzige Realität im Dasein lehrt, ist kurzsichtig. Er gleicht einem Stein, der dem Vogel im Licht nicht folgen kann. Gott lebt und redet heute zu uns. Auch der Materialist, Atheist und Kommunist sollte sich seinem Wort öffnen, um weise zu werden. Wer aber Ohren und Herz vor dem Reden Gottes verschließt, gleicht einem Blinden, der behauptet, die Sonne existiere nicht, weil er sie nicht sieht.


4.02.3 - Wer ist Jahwe?

Gott ruft den Menschen zu: „Ich bin, der ich bin.“ Diese geheimnisvolle und einzigartige Formulierung stellt die wörtliche Übersetzung des hebräischen Namens „Jahwe“ dar, den wir mit „Herr“ wiedergeben. Dieser Name bedeutet: Der lebendige Gott ändert sich nicht. Er ist treu, stets derselbe und ewig. Seine Unveränderlichkeit ist die Chance für unsere Rettung und die Grundlage unseres Glaubens: Er bleibt uns, den Begrenzten, Schuldigen und Abgefallenen, treu. Deshalb können wir zu ihm zurückkehren. Seine Unwandelbarkeit gibt seinem Wort ewige Gültigkeit. Selbst angesichts eines möglichen Weltuntergangs sagt uns der Herr: „Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen“ (Mt. 24,35).

Der Herr in seiner Erhabenheit umfaßt alles. Er sieht, kennt, durchschaut und kontrolliert alles. Er findet auch dann noch einen rettenden Ausweg, wenn wir nur noch verschlossene Türen sehen. Er ist „älter“ als wir und besitzt unendliche Erfahrung und Weisheit. Er versteht unsere Sehnsüchte und Gedanken von ferne. Er will nicht, daß wir entsetzt vor ihm zu Boden fallen. Er möchte uns Hoffnung geben und Vertrauen zu ihm in uns schaffen. Der Ewige redet jeden Menschen persönlich an und will der Herr unseres Lebens werden. Keiner soll ziellos durch die Welt irren. Gott wartet auf Deine Antwort. Die Umkehr eines jeden Geschöpfes zu seinem Schöpfer ist die unerläßliche Antwort des Menschen auf die Selbstoffenbarung Gottes. Wenn Gott sagt: „Ich bin der Herr,“ so bedeutet das auch: Ich bin der einzige Herr. Außer mir gibt es keine Herren. Alle anderen Geister und Götter sind Nichtse.

Im esoterischen Aufbruch unserer Zeit, wo alle möglichen Geister und Geheimlehren anfangen sich zu einer neuen Weltreligion zusammenzuschließen, werden auch okkult Gebundene durch den Anruf Gottes befreit und aufgefordert, sich dem wahren und einzigen Herrn anzuvertrauen. Die Zeit der Entmythologisierung ist vorbei. Die Vordergründigkeit des Existentialismus ist vielen, selbst Heidegger, einem seiner Begründer, aufgegangen. Das wachsende Interesse für das Jenseits hat zur Folge, daß im Fernsehen und auf dem Büchermarkt immer mehr Berichte über Wahrsager, spiritistische Sitzungen und Hexenerlebnisse erscheinen. Jedermann aber wird von dem Ruf des lebendigen Gottes getroffen und durch seine Selbstoffenbarung vor die Entscheidung gestellt, ihn anzunehmen oder abzulehnen.

Wer die Evangelien kennt, weiß, daß Jesus die Einleitungsworte zu den Zehn Geboten in seinen Ich-bin-Zeugnissen wieder aufgenommen hat und mit einem barmherzigen, gütigen Inhalt erfüllte. Die Tatsache, daß Jesus der Herr ist, war schon von dem Engel auf den Feldern von Bethlehem den Hirten verkündigt worden. Dieses Zeugnis wurde von Jesus vertieft und bestätigt, indem er sagte: „Ich bin das Brot des Lebens.“ „Ich bin das Licht der Welt.“ „Ich bin die Tür.“ „Ich bin der Weg und die Wahrheit.“ „Ich bin die Auferstehung, das Leben, der gute Hirte und der Weinstock.“ Jesus sagte: „Ich bin ein König.“ „Ich bin der Anfang und das Ende.“ Seither hat seine Gemeinde unablässig bezeugt: „Jesus Christus ist der Herr.“ Er ändert sich nicht, er bleibt der starke Retter, dessen Liebe in uns eine lebendige Gegenliebe weckt. Er ist kein Despot und kein Gewaltherrscher, den jeder fürchten muß, nein, er ist die Liebe in Person. Er hat seine Autorität und Vollmacht bei seiner Auferstehung aus den Toten bewiesen. Seither hat der Prolog der Zehn Gebote einen trostvollen Klang: „Ich bin der Herr.“

Mose wußte von der zukünftigen Menschwerdung seines Herrn noch nichts. Er empfing 1350 Jahre vor der Geburt Jesu die grundlegenden Worte der Offenbarung, in welcher der Herr sich selbst vorstellte: „Ich bin der Herr, dein Gott.“


4.02.4 - Wer ist Gott?

Der lebendige Herr nennt sich in der hebräischen Sprache in seinem Selbstzeugnis „Elohim.“ Im Arabischen heißt er „Allahu.“ Beide Namen können als Sätze verstanden werden. Dann heißt „Elohim“ soviel wie „Al-El-Hum“ und „Allahu“ „Al-El-Hu.“ Beide Male entspricht „Al“ unserem Artikel „der.“ „El“ ist der eigentliche Name Gottes und bedeutet „Kraft.“ „Hum“ und „Hu“ sind Personalpronomen als Satzaussagen, wobei „Hu“ für „Er“ steht und „Hum“ für „sie,“ die Mehrzahl von „Er.“ Der hebräische Name „Elohim“ läßt eine Mehrzahl-Auslegung zu, während die arabische Form des Gottesnamens die Dreieinigkeit von vornherein ausschließt. Jesus hat die zentrale Bedeutung des Namens „El“ offenbart und bestätigt, als er vor dem Hohen Rat bezeugte: „Von nun an werdet ihr den Menschensohn sitzen sehen zur Rechten der Kraft“ (Mt. 26,64).

Der ewige Herr ist also nicht nur der Allwissende, Allgegenwärtige und Allweise, sondern auch der Allmächtige. Er ist die einzige aufbauende und schöpferische Kraft in der Welt. Er schuf das All durch sein mächtiges Wort aus dem Nichts und trägt alles in seiner heiligen Geduld. Unser Herr ist kein zerstörerischer Gott, der mutwillig mit seinen Geschöpfen umspringt, der verführt, wen er will und leitet, wen er will (Sure 8,35; 31,74), nein, unser Gott will, daß alle Menschen gerettet werden, und alle zur Erkenntnis der Wahrheit kommen (1. Tim. 2,4).

Im Alten Bund haben immer wieder Menschen sich und ihr Land mit dem Namen „El“ verbunden. Sie nannten ihre Kinder Samuel, Elia, Eliaser, Daniel oder ihre Städte und Ebenen Bethel, Jesreel und Israel. Sie wollten sich mit der Kraft, die alles trägt, mit Gott selbst, aufs engste verknüpfen. Im Neuen Bund ist diese Verbindung zwischen Gott und den Menschen in einer einzigartigen Weise erfolgt. Christus hat seinen Jüngern verheißen: „Ihr werdet Kraft empfangen, wenn der Heilige Geist auf euch kommt“ (Apg. 1,8). Gott bleibt nicht fern von seinen schuldigen Geschöpfen, sondern reinigt und heiligt sie durch und durch und nimmt Wohnung in ihnen.

Jesus Christus, unser Herr, ist mächtig und besitzt alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Die zerstörerische Kraft aller Atom- und Wasserstoffbomben erscheint wie ein Nichts vor dem, der die Urkraft selbst ist und dessen Macht kein Ende hat.


4.02.5 - Wer ist Allah im Islam?

Die Erkenntnis des Allmächtigen führte im Islam zu dem Ruf „Allahu akbar“. In einer Steigerung der religiösen Logik wird Gott als „schöner“, „stärker“ und „weiser“ denn alle angesehen. Damit bleibt Allah im Islam unerreichbar groß, unfaßbar und unbegreiflich für alle Menschen. Er ist der ganz andere, der ferne und unbekannte Gott. Jede Aussage über ihn ist mangelhaft und falsch. Man kann ihn sich nicht vorstellen, sondern ihn nur fürchten und wie ein Sklave anbeten. Zwar haben Mystiker im Islam versucht, gefühlsbetonte Brücken der Hoffnung und der Liebe zu dem fernen, großen Gott zu schlagen, aber der Qur’an selbst torpediert diese Annäherungsversuche immer wieder mit seinen abstrakten beduinenhaften Gedanken. Hinzu kommt, daß Allah im Islam unsichtbar blieb und sich nicht als Bundes-Gott an seine Muslime gebunden hat. Mohammed hat keinen neuen Bund mit Allah vermittelt, sondern forderte lediglich die bedingungslose Unterwerfung aller Menschen unter seinen Herrn. Der Islam bringt deshalb keine echte Gotteserkenntnis, auch keine tiefe Sündenerkenntnis noch eine konkrete Gnadenerfahrung. Der Dank für den Erlöser von Sünde und Gericht ist nicht das eigentliche Thema im Islam, sondern die Anbetung von Sklaven gegenüber ihrem großen Herrn und Diktator. Seine Verherrlichung ist das Motiv dieser Religion, nicht die Durchheiligung des eigenen Lebens als Dank für die erfahrene Rettung. Der Muslim bleibt in seinen natürlichen Lebensgewohnheiten gebunden und bei den Sitten der damaligen Beduinen stehen.

Das Gottesverständnis des Islam und die ersten Worte der Zehn Gebote stellen einen gravierenden Gegensatz dar. Unser Herr bleibt nicht unerreichbar fern, sondern nähert sich seinen Geschöpfen; mehr noch, der Allmächtige und Heilige tritt in einen Bund mit uns sterblichen Menschen, indem er sagt: „Ich bin der Herr, dein Gott.“


4.02.6 - Der Bund mit Gott

Das kleine Wort „dein“ ist ein besitzanzeigendes Fürwort und bezeichnet alles, was uns gehört. Der erhabene Gott gibt sich uns zu eigen, so wie sich Liebende einander anvertrauen. Der alles beherrschende Herr beugt sich tief zu uns, seinen Rebellen, herab und ruft uns zu: „Ich gehöre euch. Wollt ihr nicht endlich umkehren und euch mir zu eigen geben?“

Der Prolog der Zehn Gebote bezeugt den Bundesschluß zwischen Gott und den Menschen. Dieser ewige Bund ist einseitig von Gott angeboten, geschlossen und besiegelt worden. Der treue Herr sichert uns darin seine Gegenwart und seine Liebe zu und erwartet, daß wir auf seine unermeßliche Güte mit Glauben, Hoffnung und Liebe antworten.

Die Bundeszusage des Allmächtigen uns schuldigen Menschen gegenüber garantiert uns zugleich seine Begnadigung, seine Vergebung, seine Rettung, seinen Schutz, seinen Segen und sein Leben. Wenn Gott mit uns ist, wer kann dann noch wider uns sein (Röm. 8,31)! Die Verheißung der gnädigen Gegenwart Gottes ermutigt uns zu dem Vertrauen, daß er unsere Verlegenheiten in Gelegenheiten seiner Gnade verwandelt. Der Unglaube ist eine Ablehnung seiner Zusage, bei uns zu bleiben und mit uns zu wirken.

Die Sünde des Menschen hebt die Treue Gottes nicht auf. Zwar muß der Heilige jedes Unrecht, und sei es noch so klein, richten und strafen, da seine unbestechliche Gerechtigkeit Sühne für alles Unrecht verlangt. Doch in Christus hat der ewig Liebende die Schuld seiner fragwürdigen Bundespartner getilgt und die Strafe für ihr Unrecht erlitten. Der Tod Jesu ist das unzerbrechliche Siegel für die Gültigkeit des Bundes Gottes mit uns. Das Kreuz wurde zum Zeichen für seine unerschöpfliche Gnade.


4.02.7 - Gott ist unser Vater

In Christus ist die Gottesferne des Menschen völlig überwunden. Gott ist in Jesus sichtbar geworden. Seine Nachfolger sind keine Sklaven. Jesus hat uns freigekauft von jeder Form der Sklaverei und sein Blut als Lösegeld für unsere Freilassung gegeben. Gott hat alle, die an Christus glauben, gereinigt und adoptiert und als Söhne und Töchter angenommen. Durch Christus ist Gott unser Vater geworden. Er sagt uns heute, selbst wenn wir ein schweres Verbrechen begangen hätten: „Ich, der Herr, bin dein Gott, dein Vater.“

Der Vater Jesu Christi schenkt jedem, der den Gekreuzigten liebt und ihm vertraut, die Kraft des Heiligen Geistes, der aus dem Evangelium in unsere Herzen kommt. So tragen wir, wiedergeboren, das Leben und die Erbanlagen unseres Vaters in uns und sind nicht mehr der Verzweiflung und dem ewigen Tod ausgeliefert. Gott hat sich durch Christus aufs Innigste mit uns verbunden und in uns Wohnung genommen. Er ist unser Vater und wir sind seine Kinder geworden. Wir gehören ihm, und er gehört uns. Dieser neue Bund ist durch Jesu stellvertretenden Tod geschaffen worden. Seither hat jeder Christ das Vorrecht, mit Gott im persönlichen Kontakt zu stehen. Unser Gebet ist kein ungewisser Ruf ins Leere, sondern ein Reden mit Gott in Bitte und Fürbitte, in Dank und Anbetung. Unser Vater hat Zeit für uns und hört uns zu. Wir erfahren eine tiefe Geborgenheit in seiner Vaterschaft. Er umfaßt und birgt uns in dem Mantel seiner Gerechtigkeit. Christen leben nicht in der Gottesferne der Muslime noch in der heillosen Vielgötterei der Hindus. Auch fürchten sie sich nicht vor dem grauenvollen Nichts, das die Buddhisten erwartet. Vielmehr hat sich der heilige Gott in seiner unendlichen Liebe für immer an seine unwürdigen Geschöpfe gebunden, damit sie in seiner Gegenwart leben und ihm ähnlich werden. Er will uns nicht in dem Zustand belassen, in dem wir sind, sondern uns retten, erneuern und erziehen, so wie er sagte: „Ihr werdet heilig sein, denn ich bin heilig“ (3. Mose 22,45).

Die Gemeinschaft mit Gott ist nicht nur ein intellektueller Glaubensakt, sondern hat eine sittliche Veränderung unseres ganzen Lebens zur Folge. Das Wesen des Menschen wird durch ein Leben mit Gott verändert. Der Ewige will uns auf sein Niveau hinaufheben. Unser Vater will, daß wir werden, wie er ist. Jesus erklärte dieses Ziel mit den Worten: „Ihr sollt vollkommen sein, wie euer Vater im Himmel vollkommen ist“ (Mt. 5,48). Die Zehn Gebote sind ein Wegstück bei unserer Umerziehung von verlorenen Geschöpfen zu Gotteskindern. Sie sind die Leitplanken der Gnade Gottes, die uns an den Abgründen des Alltags vorbeiführen sollen.

Vielleicht denkt mancher, das sei doch unmöglich. Wie kann ein Mensch vollkommen werden wie Gott vollkommen ist? Wäre das nicht noch einmal die Ur-Versuchung des Menschen im Paradies, wo Satan den Menschen einflüsterte: „Ihr werdet sein wie Gott?“ Gewiß, kein Mensch kann sich selbst erlösen und von sich aus gut werden. Jede Selbstheiligung führt in eine Verkrampfung und wird zur richtenden Gesetzlichkeit. Unsere Heiligung ist das Werk unseres Vaters im Himmel. Er führt uns, fordert uns täglich zur Selbstverleugnung heraus, gibt unserer Seele große Kraft zum Überwinden und hält uns dazu an, sein Wort zu lesen und zu tun. Er schenkt uns seine Liebe und macht aus Egoisten Dienende. Die geistlichen Gaben unseres Vaters wirken sich in seinen gehorsamen Kindern aus.


4.02.8 - Die vollendete Befreiung

Die Voraussetzung für das Wirken Gottes in uns ist unsere Befreiung aus der Sklaverei und Macht der Sünde. Der zweite Satz des Prologs weist uns darauf hin, daß wir uns nicht selbst aus unseren Bindungen befreien können, sondern daß Gott durch unseren Glaubensgehorsam an uns handelt. Er hat Mose und sein Volk aus der bitteren Sklaverei zu einem ewigen Bund mit sich selbst befreit. Deshalb sagt er: „Ich bin der Herr, dein Gott, der ich dich aus dem Sklavenhause Ägypten herausgeführt habe.“

Die Kinder Jakobs waren vor 3600 Jahren aus den kargen Kalksteinbergen des westlichen Gebirgsrandes am großen Grabenbruch während einer lang anhaltenden Dürre ausgewandert. Der Hunger trieb sie in das 300 km entfernte fruchtbare Niltal in Nord-Ägypten. Dort gab es genügend Brot und ein bequemes Leben. Der jährlich durch Hochwasser angeschwemmte Nil-Schlamm aus den Bergen Äthiopiens sorgte für eine übernatürliche Fruchtbarkeit. Die Kinder Jakobs vermehrten sich rasch und wurden ein kleines Volk, das den Einwohnern Ägyptens gefährlich werden konnte. Deshalb unterdrückten und versklavten die Pharaonen die hebräischen Gastarbeiter. Die Fron wurde immer härter, die Ausbeutung brutaler, die Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung größer. Da erinnerten sich einige wieder an den Gott ihrer Väter und schrien zu ihm um Hilfe. Im Wohlstand hatten sie ihren Gott vergessen. Die drängende Not trieb sie zu ihrem Schöpfer und Retter zurück.

Da sandte der Herr Mose, seinen Knecht, den er am Hofe Pharaos und in der Wüste für sein Amt vorbereitet hatte. Der Herr erschien Mose in einem brennenden Dornbusch, der nicht verbrannte, und offenbarte ihm seinen Namen: „Ich bin, der ich bin.“ Ich verändere mich nicht. Ich bleibe euch treu. „Wenn ihr mich von ganzem Herzen suchen werdet, will ich mich von euch finden lassen“ (Jer. 29,13).

Der Herr sandte Mose zum mächtigen Pharao, einem Medium der ägyptischen Götter, um die Freilassung der versklavten Gastarbeiter zu fordern. Der Herrscher im Niltal aber wollte die billigen Arbeitskräfte nicht laufen lassen und verhärtete sich immer mehr gegen Gottes Wort. Erst durch die sich steigernden Plagen und Katastrophen zwang ihn der Herr, die Kinder Abrahams ziehen zu lassen. Ohne Waffen, allein im Glaubensgehorsam, vollzog sich der Auszug der Berufenen. Unter der Deckung und im Schutz des Blutes des Passahlammes, das für jeden Haushalt geschlachtet worden war, und in der Kraft seines verzehrten Fleisches flohen die Befreiten bei Nacht in die Wüste. Der Durchzug durchs Rote Meer und der Untergang der verfolgenden Feinde in den sich schließenden Wellen besiegelten das Wunder ihrer Rettung. Die Mumie des Pharaos der Verfolgung, mit Algen vom Roten Meer in der Lunge, kann heute im Museum in Kairo besichtigt werden.


4.02.9 - Die vollendete Befreiung im Neuen Bund und das Ziel des Gesetzes

Wenn wir heute, 3300 Jahre nach der Befreiung der Kinder Jakobs aus der Sklaverei, diesen Sieg Gottes über die Feinde seines Volkes bedenken und ihn mit dem Heil des Neuen Bundes vergleichen, können wir die Einleitung der Zehn Gebote folgendermaßen zusammenfassen: „Ich bin der Herr, dein Gott, dein Vater. Ich habe dich erlöst!“

Seit Jesus in die Welt gekommen ist und als Lamm Gottes die Sünden eines jeden Menschen am Kreuz getragen hat, rufen wir den Sieg Gottes über alle Völker aus. Wir proklamieren Jesus als den Herrn und König der Menschen. Jesus hat durch sein Leiden und Sterben die Macht der Sünde und die Gewalt Satans gebrochen, uns von den Stricken des Todes erlöst und von Gottes Zorn und seinem kommenden Gericht befreit. Unsere Errettung durch Christus ist vollkommen und so umfassend, daß wir nicht aufhören sollten, ihm dafür zu danken, seine Gnade im Glauben zu erfassen und uns anzueignen. Das Heil Gottes steht für jedermann bereit. Die entscheidende Befreiung ist vollendet. Gott hat wunderbar und ohne Waffen gehandelt. Er hat Blut vergossen, aber nicht das Blut seiner Feinde, sondern das Blut seines einzigen Sohnes. Unser Vater im Himmel hat eingegriffen. Seither müssen wir uns nicht mehr selbst erlösen. Die Zehn Gebote sind deshalb kein Weg zur Selbstrettung. Im Gegenteil! Ihre Befolgung ist eine Antwort der Geretteten auf die göttliche Befreiung, die bereits stattgefunden hat. Wer immer noch meint, sich selbst von Sünde, Teufel, Tod und dem Zorn Gottes durch eigene Leistung und Anstrengung retten zu können, irrt sehr. Er gerät in immer tiefere Verstrickung und Bindung hinein.

Die Zehn Gebote sind kein göttliches Gesetz, das uns zur Selbstheiligung treibt oder aufpeitscht, sondern leiten uns auf den Weg des Dankes und der Freude für die vollendete Erlösung. Erst vom Lobpreis der heiligen Dreieinigkeit her begreifen wir die Absicht des Gesetzes richtig. Gott will uns nicht richten, verdammen oder uns mit den Zehn Geboten einen Laststein um den Hals hängen, der uns in die Tiefe zieht. Nein! Unser Herr hat lange vor der Offenbarung seines Gesetzes unsere Rettung vorausbedacht und beschlossen. Er gab sein Gesetz, um die Geretteten zur Buße zu führen und sie in sein Bild umzuwandeln. Ihre Sündhaftigkeit soll in Heiligkeit verwandelt werden, ihr aufrührerischer Wille durch die Sanftmut seines Heiligen Geistes umgestaltet werden. Das Ziel des Gesetzes ist unsere Gemeinschaft mit Gott, nicht unsere Verdammung.

Vielleicht kann nur der die Zehn Gebote in ihrer ganzen Bedeutung verstehen, der einmal in der Sklaverei gelebt hat. Er hatte keine freie Entscheidungsmöglichkeit mehr, mußte, ob gesund oder krank, müde oder alt, harte Fronarbeit leisten. Oft geschah diese Fron unter unerträglichen klimatischen Verhältnissen, getrennt von der eigenen Familie, brutalen Aufpassern ausgeliefert. Als unbekannte Nummer mußte er in einer langen Reihe mit anderen arbeiten. Niemand sorgte für ihn. Niemand liebte ihn. Jeder nützte ihn aus. Der Hunger plagte. Schwäche ließ ihn manchmal torkeln. Er lebte in der Verzweiflung.

Gott hat ein ganzes Volk aus solchem Elend und Leiden befreit. Deshalb sind die Zehn Gebote eine Lebensanleitung für befreite Menschen, die lernen, mit ihrer Freiheit sinnvoll umzugehen. In der Freiheit gibt es Versuchungen. Wer ohne Gott lebt, wird schnell wieder ein Knecht seiner Triebe und der Sünde. Der Mensch ist geschaffen nach Gottes Bild. Er kann ohne seinen Gott keine Minute richtig leben. Die totale Freiheit gibt es nicht, nur eine Freiheit mit Gott ist möglich.

Wer in der Sünde lebt, ist ein Sklave seiner Sünde. Träume, Launen, Lügen, Faulheit, sexuelle Zwänge, Diebereien, Haß und Drogen können zu einem Gefängnis mit Gitterstäben für Leib und Seele werden. Viele Menschen leben in den unsichtbaren Ketten von Alkohol, Nikotin, Süchten und Lebenslügen; von den vielfältigen okkulten Bindungen ganz abgesehen. Satan spielt auf der Nervenklaviatur seiner Unterworfenen Oratorien. Jesus aber ist in der Lage, jeden Menschen aus diesen Ketten zu befreien und in die Freiheit der Kinder Gottes zu versetzen. Jesus ist der Sieger und Herr. Er ist der Retter und Arzt, der gute Hirte und treue Freund. Er läßt niemanden ohne Rat und Hilfe, der zu ihm kommt.

Die Zehn Gebote sind die schützenden Leitplanken für die aus Gnade Befreiten. Gott ist ihr Vater geworden, Christus ihr Retter und Herr und der Heilige Geist ihr Tröster und ihre Kraft. Die Erkenntnis Gottes, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes und die Tatsache ihrer persönlich erfahrenen Rettung führt sie zum getrosten Dank. Die Zehn Gebote werden für sie zum Wegweiser auf einem Weg des Lobgesangs durch die Wüste dieses Lebens (Ps. 119,54).

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