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Home -- German -- 09. Comparisons -- 4.10 Eighth Commandment: Do Not Steal
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09. VERGLEICHE ZWISCHEN CHRISTENHEIT UND ISLAM
Vergleiche 4 - Die Zehn Gebote

4.10 - Das achte Gebot: Du sollst nicht stehlen



Du sollst nicht stehlen. (2. Mose 20,15)


4.10.1 - Wem gehören Gut und Geld?

Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde und alles, was darinnen ist. Ihm gehören die Elemente, die Pflanzen, die Tiere und – wir selbst. Jeder Mensch ist ein Eigentum Gottes. Wir sind nicht durch Zufall da. Gottes Gnade, seine Gedanken und Kräfte haben sich in jedem Geschöpf verwirklicht. Gott ist in einem umfassenderen Sinn Besitzer des Universums, als uns bewußt ist. Ihm gehört alles Silber und Gold. Sein sind unsere Begabungen und die Besitztümer, die uns zur Verfügung stehen. Wir sind als Verwalter des uns Anvertrauten eingesetzt und ihm für Zeit, Geld, Kraft und Besitz verantwortlich.

Nicht erst seit kurzer Zeit gibt es Weltanschauungen ohne Glauben an die Existenz Gottes. Ihre Begründer und Anhänger behaupten, es gäbe keinen Geist; alles sei nur eine Entwicklung aus der Materie. Im Kommunismus ist deshalb nicht Gott der Besitzer des Alls, sondern das Volk. Da die Partei angeblich die Belange des Volkes vertritt, liegt die Macht und fast aller Besitz in den Händen der Parteifunktionäre. Nur wer befolgt, was die Partei anordnet, hat Anteil am Volkseinkommen. Doch zeigen sich allenthalben starke Auflösungserscheinungen, da das Interesse des Einzelnen am Kollektiv klein ist. Jeder leistet so wenig wie möglich und bestiehlt den Staat, so gut er kann. Seit einiger Zeit ist man deshalb in China und auch in der Sowjetunion dabei, wieder mehr private Anreize zu schaffen. Es wird angesichts der vergleichbar geringen Wirtschaftsleistung deutlich: der Mensch ist nicht fürs Kollektiv geschaffen. Die Privatinitiative ist stärker als der vermaßte Gehorsam. Wir sind zu einem Leben in der Verantwortung vor Gott geschaffen.

Im Westen regiert dagegen ein Privat-Kapitalismus, wo jeder Herr seiner Zeit und seines Geldes ist. Ein demokratischer Sozialismus versucht dabei mit mehr oder weniger Erfolg, den Minderbemittelten größere Anteile vom Kuchen des Volksvermögens zu verschaffen. Der Einzelne aber bleibt verantwortlich für sich und seine Zukunft. Wenn die Millionäre im Westen Verantwortung vor Gott spüren würden, würden sie über ihren schrankenlosen Kapitalismus Buße tun und arme und kleine Arbeiter mehr an ihrem Einkommen beteiligen.

Im Grunde genommen unterscheiden sich Kapitalismus und Kommunismus in ihren Grundanschauungen und in ihrer Zielsetzung wenig. Beide glauben an die Macht in Besitz und Kapital. Beide haben den Wohlstand auf ihre Fahnen geschrieben. Sie unterscheiden sich lediglich in der Methode zur Erreichung von Besitz und Kapital sowie in ihrer Verteilung. Hier muß darauf hingewiesen werden, daß die Abschaffung des Privateigentums im Zuge der Sozialisierung ein verhüllter Diebstahl ist. Doch ist die Ausnützung der Armen durch die Reichen und Superreichen eine nicht minder große Sünde.

Für den Christen stehen diese Fragen in einem anderen Zusammenhang. Der Schöpfer ist der Besitzer allen Eigentums. Wir sind nur seine Verwalter und keine selbständigen Herren. Nichts gehört uns direkt und allein. Alles wird uns als Segen Gottes zuteil. Ihm müssen wir Rechenschaft ablegen über die Verwendung unseres Geldes, unserer Kraft und unserer Zeit.


4.10.2 - Die Liebe zu Gott und die Gier nach Geld

Jesus sagte warnend: „Ihr könnt nicht Gott und dem Mammon dienen, entweder werdet ihr dem Schöpfer anhangen und die Materie hassen oder den lebendigen Herrn ablehnen und totes Gold und Silber lieben“ (Mt. 6,24). Es ist unmöglich, daß ein Christ auf die Dauer Herr seines Geldes bleiben kann und es nicht Gott zur Verfügung stellt. Er wäre sonst ein Dieb am Eigentum seines Herrn. Von daher ändert sich die Art und Weise des Umgangs mit unserem Geld erheblich. Wohlhabende Christen leben nicht nur für sich selbst. Sie fragen Gott ernsthaft, was sie mit dem von ihm anvertrauten Geld tun sollen.

Die relativ armen Länder der Dritten Welt, wo wenig Privatinitiative und keine Industrialisierung den Wohlstand der Massen heben konnte, brauchen zuerst eine evangelikale Mission als geistliche Entwicklungshilfe. Erst wenn der einzelne sich zu dem Dreieinigen Gott bekehrt, Verantwortung für den Mitmenschen übernimmt und mit Fleiß, Hingabe und Opfer arbeiten lernt, kann eine technische Entwicklungshilfe eingreifen. Ein solches geistliches Umdenken ist unerläßlich, wenn Korruption, Diebstahl, Faulheit und Trägheit von Aktivität, Genauigkeit, Fleiß und Verantwortlichkeit abgelöst werden sollen.

Gott sagt deutlich: „Du sollst nicht stehlen!“ Er bestätigt damit den Besitz des einzelnen, den er ihm anvertraut hat. Wir brauchen aber niemanden um seinen Reichtum beneiden, denn proportional dazu wächst seine Verantwortung vor Gott. Jesus erklärte deutlich: „Leichter geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als daß ein Reicher ins Reich Gottes komme“ (Mt. 19,24). Der Reichtum der Wohlhabenden legitimiert niemanden zum Diebstahl. Wer stiehlt, ist für dieses Unrecht vor Gott voll verantwortlich.

Es gibt ein gesundes Empfinden in uns, daß wir kein Recht haben, uns etwas anzueignen oder zu nehmen, was uns nicht gehört. Unser Gewissen reagiert auf den kleinsten Diebstahl empfindlich. Es ist hilfreich, uns zu prüfen, ob wir zu Unrecht etwas in unserem Besitz haben, das anderen gehört. Wir sollten den Herrn bitten, daß er uns jedes unrechte Gut in unserem Besitz zeigt. Dann bitten wir Jesus um die Kraft, das fremde Eigentum wieder seinem ursprünglichen Besitzer zurückzugeben und ihn um Entschuldigung zu bitten. Wir sollten dabei nichts verzögern, denn alles gestohlene Gut belastet unser Verhältnis zu Jesus und macht unser Gewissen unfrei und traurig. Als einmal mehrere Polizisten bei einer Evangelisation in einem kleinen Staat Afrikas die Aufforderung hörten, alles Gestohlene zurückzugeben, lachten sie laut auf und schauten sich gegenseitig belustigt an. Jeder wußte vom andern, daß dieser auch gestohlen hatte. Es ist Gnade, wenn ein Mensch seine Sünde erkennt, bereut, haßt, läßt, bekennt und wieder gut macht. Die Lösung von einer Schuld hat ganz bestimmte praktische Folgen und Konsequenzen, die wir mit Jesus im einzelnen besprechen müssen.


4.10.3 - Moderner Diebstahl

Wenn wir uns fragen, was alles Diebstahl ist, so erkennen wir schnell, daß es nicht nur eine Entwendung von fremdem Eigentum mit ausgestreckter Hand gibt, sondern auch Veruntreuung von anvertrautem Gut an der Arbeitsstelle, mangelhafte Arbeitsmoral und vergeudete Zeit in Privatgesprächen während der Arbeitszeit. Ebenso ist jede Form des Betrugs Diebstahl, wenn etwa mangelhafte Ware zum Normalpreis oder gar zu Wucherpreisen angeboten wird. Oft besteht ein Mißverhältnis zwischen Wert und Preis einer Ware. Auch falsche oder fehlende Angaben beim Finanzamt sind Betrug, denn dadurch wurde eine rechtmäßige Steuer hinterzogen. Im Arbeitsverhältnis und im Geschäftsleben gibt es unzählige Tricks und Möglichkeiten zu betrügen und zu stehlen. Wer nicht vor Gott lebt, steht in der Gefahr, durch Unterschlagung, Faulheit oder überzogene Forderungen vor Gott und Menschen schuldig zu werden.

Dasselbe gilt den Arbeitgebern, wenn sie ihre Mitarbeiter ausnützen, über die Maßen antreiben und die vereinbarten Löhne nicht rechtzeitig zahlen. Diebstahl ist es auch, wenn Geldgeber zu hohe Zinsen verlangen. Andererseits ist es unrecht, wenn Leute Schulden machen, von denen sie wissen, daß sie sie nie zurückzahlen können. Möglichkeiten zum direkten oder verkappten Diebstahl gibt es viele. Wer kein durch den Heiligen Geist geschärftes Gewissen besitzt, steht in Gefahr, seine Gerechtigkeit und sein Heil durch die Gier nach Geld und Gut zu verlieren. Paulus schärft uns ein: „Weder Diebe noch Räuber werden ins Reich Gottes kommen“ (1. Kor. 6,10).

Der Diebstahl in unserer modernen Gesellschaft hat neue Formen entwickelt. Das Diensttelefon wird für Privatgespräche benützt. Das verlockende, vielfältige Angebot im Supermarkt findet immer mehr Langfinger. Autodiebstähle sind in den Großstädten an der Tagesordnung, und der Drogenhandel lebt davon, die Sucht der Abhängigen auszunützen. Sie müssen sich legal oder illegal Geld verschaffen, um ihrem zwangsmäßigen Verlangen frönen zu können. Das Knacken von Computern und der Verkauf gespeicherter Daten und Adressen ist eine andere Form der Entwendung fremden Eigentums.

Wer sich nicht von Jesus ein neues Herz schenken läßt, wird bei der Jagd nach Geld in die Versuchung zu Geiz oder Neid hineingerissen, welche immer noch die Wurzeln allen Übels sind. Wer den Besitz von viel Geld zum Ziel seines Lebens macht, bekommt eine ungute Gesinnung. Sein Verhalten wird hart, kalt und bisweilen brutal. Sein Sinnen und Trachten wird bis ins Unterbewußte hinein von finanziellen Gesichtspunkten diktiert. Nicht Gott, sondern das Geld ist der Mittelpunkt seines Lebens geworden. Die Freude des Herrn ist nicht mehr seine Stärke.

Die da reich werden wollen, fallen in Versuchungen und Stricke. Jesus blieb arm. Er hatte nicht, wo er sein Haupt hinlegen konnte. Judas, der Verräter, war ein Dieb und trug den Beutel (Joh. 12,6). Paulus arbeitete hart mit seinen eigenen Händen, weil er niemandem zur Last fallen wollte. Er arbeitete nicht nur zum Erwerb seines eigenen Lebensunterhaltes, sondern versorgte auch seine Mitarbeiter, daß sie frei zum Dienst für Christus blieben.


4.10.4 - Arbeit und Opfer

Vielleicht muß mancher Anfänger im Glauben seine Einstellung zum Geld und zur Arbeit ändern. Nicht zu betteln oder Hilfe von anderen zu erwarten, schafft ein ausreichendes Einkommen. Die vertrauensvolle Bitte ums tägliche Brot enthält auch den Gedanken, daß der Herr uns eine angemessene Arbeit schenke und uns in ihrer Ausübung segne. Wir können um die rechte Arbeitsstelle beten, um Gesundheit für einen treuen Einsatz und um Durchhaltevermögen, auch wenn es mit dem Chef und mit den Kollegen Schwierigkeiten gibt. Wer unter der Führung Gottes lebt und fleißig arbeitet, braucht nicht zu stehlen oder zu betteln. Er empfängt ausreichende Mittel für sich und sein Haus und kann noch Bedürftigen helfen und von dem, was der Herr ihm anvertraut hat, für die Ausbreitung des Evangeliums opfern. „Geben ist seliger als Nehmen“ (Eph. 4,28; 1. Thess. 4,11).

Jesus begegnete einem reichen jungen Mann. Dieser war fromm und hatte die zehn Gebote treu gehalten. Der Herr liebte ihn und wollte ihm helfen, von seinen verborgenen Bindungen frei zu kommen und sagte ihm: „Willst du vollkommen sein, so verkaufe, was du hast und gib's den Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel haben“ (Mt. 19,21). Da wurde der junge Mann traurig, denn er hatte viele Güter. Er verließ Jesus. Wir müssen uns immer wieder prüfen, ob die Nachfolge Jesu an erster Stelle steht oder ob unsere Hoffnung und Existenz auf unserem Besitz, unserem Bankkonto, dem Arbeitsplatz oder auf unserer Gesundheit basiert (Mk. 10,19; Lk. 18,20). Jesus will uns vom Mammongeist lösen, so daß wir uns Gott ganz hingeben, das Opfer zum Thema unseres Lebens machen und praktisch anderen helfen, wie Jesus sich selbst zum Opfer für Schuldige gegeben hat. Der Herr will uns von der Gebundenheit ans Geld lösen und uns im Leben seines Geistes bewähren.

Die Urgemeinde war in einer innigen Gemeinschaft verbunden. Die Gemeindeglieder lebten in der Naherwartung des Kommens Christi, verkauften alle ihre Güter und lebten gemeinsam von dem Erlös. Hier zeigt sich der nie wieder erreichte freiwillige Kommunismus der ersten Christen, der sich wie Feuer und Wasser zum bolschewistischen Zwangs- und Gewaltkommunismus verhält. Er ist auch nicht vergleichbar mit der israelischen Kibbutzbewegung, bei der ein Sozialismus im zionistischen Sinne praktiziert wird. Diese Variante wirft erhebliche Fragen und Probleme auf, etwa bei der Verantwortlichkeit des einzelnen, im Verhältnis der Geschlechter zueinander oder bei der Ordnung der Familie und der Kindererziehung.

Die Urgemeinde konnte jedoch ihren hohen geistlichen Standard nicht lange halten. Die Gemeindeglieder verarmten. Christus kam nicht sofort, wie sie erwartet hatten. Als eine Hungersnot ins Land hereinbrach, litt die Gemeinde große Not. Paulus war es, der bei den jungen Gemeinden in Griechenland und im Gebiet der heutigen Türkei beträchtliche Geldopfer sammelte und der Urgemeinde in Jerusalem überbrachte.

Der Apostel der Völker hat den Sinn der Arbeit von der Wurzel her verändert, indem er uns eine neue Arbeitsmoral beibrachte: „Alles was ihr tut, das tut von Herzen als dem Herrn und nicht den Menschen“ (Kol. 3,23). Seither ist jede ehrliche Arbeit genauso viel wert wie ein Gottesdienst. Wir sollten uns prüfen, für wen wir arbeiten, für uns, unsere Familie, den Arbeitgeber, den Staat oder für Gott.


4.10.5 - Der Islam und das Eigentum

Der Islam bejaht die Allmacht des Schöpfers und das dem einzelnen anvertraute Eigentum. Es wird als Segen und Lohn von Gott für jene verstanden, die treu beteten und dem Gesetz gemäß lebten. Außerdem existiert der Orientale nicht als Einzelmensch; er lebt im Verband seiner Sippe. Die Sippe besitzt und beherrscht Ländereien, Ölquellen und Wasserbrunnen gemeinsam. Die Großfamilie ist der Ort, wo Alte, Kranke, Gestörte und Elende aufgenommen werden. Bis vor kurzem waren im Nahen Osten keine Sozial- und Lebensversicherungen nötig. Erst im Zeitalter der Technisierung und Vermassung beginnen auch hier die Grundformen moderner Gesellschaftsstruktur notwendig zu werden.

Die Moschee lebt von der Pflichtsteuer (Zakat) und den freiwilligen Gaben (Sadaka) der Gläubigen. Sie werden nicht unter staatlicher Kontrolle eingetrieben, sondern sind religiöse Pflichten, die den Weg des einzelnen ins Paradies ebnen. Wer hier eine Moschee baut, bekommt dafür in der Ewigkeit einen Palast.

Als der junge Islam sich ausbreitete, war die Verteilung der Beute im „Heiligen Krieg“ ein wesentliches Mittel, um Zögernde geneigter zu machen. Mohammed benützte diese Methode, um seine Getreuen an den Islam zu gewöhnen. Wer den Islam nicht annahm und weder Christ noch Jude war, also nicht zu den Buchbesitzern gehörte, sollte getötet oder versklavt werden. Sklaven sind nach dem Qur’an und der Schari’a eine Kategorie von Menschen, die ein Muslim besitzen kann. Vor allem heiratsfähige Sklavenmädchen standen ihren Besitzern zur Verfügung, natürlich mit der Einwilligung ihrer Eltern, die auch Sklaven derselben Herren waren. Sklavenhandel als Menschenraub und das Geschäft mit Ungläubigen blühte im Islam mehrere Jahrhunderte hindurch. Nord-, Mittel- und Südamerika schämten sich nicht, diese billigen Arbeitskräfte in großer Zahl einzuführen. Erst die Befreiungskriege in den USA und der Kampf der Engländer gegen den Sklavenhandel bereiteten diesem internationalen Menschendiebstahl ein Ende.


4.10.6 - Die harten Strafen der Schari‘a

Im Islam gibt es drakonische Strafen für Diebstahl. Beim ersten nachgewiesenen Diebstahl wird die rechte Hand abgehackt, beim zweiten der linke Fuß. Diese strengen und grausamen Strafgesetze haben zur Folge, daß in den islamischen Ländern weniger gestohlen wird als in jenen Staaten, in welchen die Schari'a nicht angewandt wird. Das Mittel für die Aufrechterhaltung von Recht und Ordnung ist jedoch die pure Angst. Dennoch kommen im Iran, im Sudan und anderen islamischen Ländern immer wieder Diebstähle vor, so daß öffentlich Hände und Füße abgehackt werden. Khomeini soll eine Guillotine in Betrieb genommen haben, die ohne Betäubung des Diebes dessen Hand abhackt, automatisch den Armstumpf abbindet und das Blut stillt. Im Sudan ist die Herrschaft der Schari'a nach vierjähriger Dauer abgeschafft worden. Seither haben sich 125 Hand-Amputierte zu einem Verein zusammengeschlossen und verlangen von der Regierung eine Rente, weil sie aufgrund eines außer Kraft gesetzten und überholten Gesetzes verstümmelt worden seien. 26 Männern sind wegen eines zweiten Diebstahles auch die linken Beine abgesägt worden. Ein in der Presse veröffentlichtes Foto zeigt viele dieser Männer mit erhobenen Armstümpfen. Ein Mensch, des Diebstahls überführt, wird aber durch diese Strafe nicht gebessert, sondern nur arbeitsunfähig gemacht. Im Sudan hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, daß – wollte man allen, die je einen Diebstahl begangen haben, die linke Hand abhacken – bald niemand mehr mit zwei gesunden Händen anzutreffen wäre. Diese Gesetze aus der Zeit eines Hammurabi (1793-1750 v. Chr.) sind heute nicht mehr tragbar.


4.10.7 - Wie hat Jesus den Diebstahl in seinen Nachfolgern überwunden?

Jesus zeigt einen besseren Weg. Er hat humane Strafen für Diebe nicht abgeschafft, jedoch die göttliche Strafe des ewigen Todes an unserer Stelle auf sich genommen. Aus Dankbarkeit für sein stellvertretendes, vollendetes Opfer werden wir niemals wieder die Hand ausstrecken, um fremdes Gut an uns zu nehmen.

Jesus hat uns durch den „Geist der Wahrheit“ von der diebischen Gesinnung befreit und uns ein neues Vertrauen zu Gott, unserem Vater, geschenkt, so daß wir ihn kindlich um einen Arbeitsplatz, um Gesundheit und das tägliche Brot bitten können. Der Sorgengeist hat keinen Raum mehr in unserem Herzen. Wir sind getrost und wissen: Unser Vater sorgt für uns; er läßt uns nicht allein.

Jesus hat den Seinen ein neues Herz gegeben, das nicht mehr in Geld und Gut die Sinnerfüllung des Lebens sieht, sondern in Hingabe und Dank. Wir sind frei geworden von Geiz und Neid. Wir wissen, der Reiche lebt gefährlich. Der Sog des vielen Geldes ist groß. Er droht, ihn in seinen Bann zu ziehen, wenn er ihm nicht schon erlegen ist. Außerdem werden er und wir Rechenschaft ablegen müssen für jeden Pfennig, den wir ausgegeben haben. Christen bekommen eine neue Schau für die Armen und denken ernsthaft darüber nach, wie sie ihnen helfen können, eine eigene Initiative zu ergreifen und geistliche Verantwortung zu lernen, um fleißig zu arbeiten und unabhängig zu werden. Sie suchen Wege, um ihnen Hilfe zur Selbsthilfe zu gewähren. Wenn allerdings jemand tatsächlich nicht mehr arbeiten kann und krank ist, sollte er eine regelmäßige Unterstützung erhalten. Wo wir eine solche Last nicht allein tragen können, sollten wir uns mit Gleichgesinnten zusammentun, um den Notleidenden langfristig zu helfen.

Nicht Angst vor Strafe, sondern Gottes Liebe an Bedürftige weiterzugeben, ist die Triebkraft im Leben des Christen geworden. Nicht gute Werke, um eigene Sünden auszugleichen, sondern Dank für Golgatha stellt das Motiv unseres Handelns dar. Jesus hat uns befreit vom Stehlen, Betteln und Schuldenmachen. Er leitet uns zum Fleiß, zur Treue im Kleinen und zur Genügsamkeit. Seine Hingabe führt uns zur Hingabe an ihn. Wir müssen nicht nur an uns selbst denken, er hat uns den Blick für die Bedürfnisse des Nächsten geschenkt. Christus hat die Besitzverhältnisse nicht mit Gewalt geändert, sondern schuf neue Menschen, die in seiner Nachfolge sein eigenes Lebensthema aufgenommen haben: „Der Menschensohn ist nicht gekommen, daß er sich dienen lasse, sondern daß er diene und gebe sein Leben zu einer Erlösung für viele“ (Mt. 20,28).

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